Wismar

Von Leipzig nach Vorpommern: Biolandwirtin eröffnet Delikatessenladen!

Im kleinen Ort Wangelkow in Vorpommern kündigt sich ein spannender Generationswechsel in der biologischen Landwirtschaft an. Claudia Pupke, 57 Jahre alt, und Ines Wolf, 56 Jahre alt, betreiben den Hof „Schwarze Schafe“, der in der Region für seine nachhaltige Bewirtschaftung und die vielfältigen Produkte bekannt ist. Der Hof besteht seit 1999 und widmet sich der ökologischen Landwirtschaft auf etwa 73 Hektar, während die beiden Landwirtinnen dort ca. 96 Ostfriesische Milchschafe halten.

Pupke, die vor 26 Jahren aus Leipzig nach Wangelkow zog, lebt in einem ehemaligen Kinderferienlager des mittlerweile stillgelegten Landwirtschaftsbetriebs Neetzow. Ihr Umzug in die ländliche Idylle suchte Ruhe und ein selbstbestimmtes Leben, eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut. „Ich wollte ein Leben im Einklang mit der Natur und den Menschen,“ sagt Pupke.

Der Hof in Zahlen

Auf dem Hof „Schwarze Schafe“ produziert man jährlich eine Tonne Käse aus 5100 Litern Schafmilch. Die Produktpalette umfasst zehn verschiedene Käsesorten, aber auch Brot, Joghurt, Wurst und Wollkleidung. In der Holzofenbackstube werden jährlich rund 9000 Brote in sieben Sorten gebacken, darunter vielseitige Kreationen wie Roggen mit Leinsamen, Dinkel mit Sesam oder Emmerbrot. Der Hof vermarktet seine Produkte über die Kooperative „Solidarische Landwirtschaft“ und den Ökomarkt in Greifswald, wo er sich einen treuen Kundenstamm aufgebaut hat.

Betrieblich unterstützt werden Pupke und Wolf von zwei Teilzeitkräften, während der Hof auch als Lehrbetrieb fungiert. Der Lehrhof wurde 2016 mit EU-Fördermitteln eingerichtet und bietet Platz für vier bis sechs Auszubildende. Viele junge Menschen konnten hier praktische Erfahrungen in der nachhaltigen Landwirtschaft sammeln und ihre berufliche Orientierung finden.

Neue Wege und Herausforderungen

Am 28. März plant Pupke die Eröffnung eines Feinkost- und Delikatessen-Ladens in Greifswald, um ihre unternehmerischen Aktivitäten zu diversifizieren. Dies ist Teil ihrer Strategie, sich schrittweise aus dem Alltagsgeschäft des Hofes zurückzuziehen und einen strukturierten Generationswechsel einzuleiten. „2024 soll ein Konsolidierungsjahr für mich sein“, erklärt sie, „ich möchte Rohkäse zukaufen, veredeln und in Zusammenarbeit mit Käsereien in der Region Frischkäse verarbeiten.“

Die Umstellung des Hofes ist auch eine Reaktion auf persönliche Herausforderungen. Im April letzten Jahres nahm Pupke eine Auszeit, um einem drohenden Burnout entgegenzuwirken. Sie möchte die neue Ausrichtung des Hofes nicht nur als unternehmerische Entscheidung, sondern auch als Möglichkeit zur Selbstfürsorge und Lebensqualitätssteigerung verstehen.

Mit ihrer breiten Palette an Produkten und Dienstleistungen hat der Hof „Schwarze Schafe“ nicht nur zur regionalen Wertschöpfung beigetragen – die Initiative wurde 2011 mit dem Zukunftspreis in der Kategorie Regionale Wertschöpfung ausgezeichnet – sondern auch maßgeblich an der Entwicklung des nachhaltigen Landbaus in der Umgebung mitgewirkt.

Um die Zukunft der solidarischen Landwirtschaft zu sichern, suchen Initiativen wie die unter solidarische Lebensgestaltung aktives Interesse von neuen Gärtnern oder Gärtnerfamilien, die bereit sind, sich auf die Prinzipien der nachhaltigen Landwirtschaft einzulassen. Das solide Netzwerk, das durch verschiedene Kooperationen und die aktive Teilnahme an Bildungsveranstaltungen aufgebaut wurde, zeigt die Entschlossenheit, einen positiven Einfluss auf die nächste Generation von Landwirten zu haben.

Claudia Pupke bleibt optimistisch für die kommenden Jahre. Mit einem klaren Plan für die Zukunft und einem reichen Erfahrungshorizont wird der Hof „Schwarze Schafe“ eine bedeutende Rolle in der regionalen Landwirtschaft spielen, während er gleichzeitig als Ort der Lehre und Inspiration für angehende Landwirte dient. Ihr Engagement für nachhaltige Praktiken und ihre Vision für eine verantwortungsvolle Landwirtschaft ermutigen viele, den Mut zu fassen, diesen Weg ebenfalls zu beschreiten.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
ostsee-zeitung.de
Weitere Infos
sole.solidarische-lebensgestaltung.de
Mehr dazu
solidarische-landwirtschaft.org

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