Stralsund

Kampf gegen Luftverschmutzung: Neue Grenzwerte für Stralsund ab 2030!

Am 29. März 2025 berichtete die Ostsee-Zeitung über die Luftqualität in Stralsund. Die Messstation Stralsund-Knieperdamm erfasst regelmäßig die Konzentration von Feinstaub-Partikeln (PM10) pro Kubikmeter Luft. Der geltende Grenzwert für PM10 liegt bei 50 Partikeln pro Kubikmeter, was jährlich bis zu 35 Überschreitungen zulässt.

Um die Luftqualität zu bewerten, orientieren sich die Messungen an drei Hauptwerten: Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon. Die Grenzwerte sind klar definiert:

  • „Sehr schlecht“: Stickstoffdioxid > 200 μg/m³, Feinstaub > 100 μg/m³, Ozon > 240 μg/m³;
  • „Schlecht“: Stickstoffdioxid 101-200 μg/m³, Feinstaub 51-100 μg/m³, Ozon 181-240 μg/m³;
  • „Mäßig“: Stickstoffdioxid 41-100 μg/m³, Feinstaub 35-50 μg/m³, Ozon 121-180 μg/m³;
  • „Gut“: unterhalb dieser Werte;
  • „Sehr gut“: ausgezeichnete Bedingungen für Aktivitäten im Freien.

Aktuelle messbare Belastungen

Wie die Umweltbundesamt hervorhebt, sind die derzeit gültigen Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid über 20 Jahre alt und entsprechen nicht den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. In der Europäischen Union führen schlechte Luftqualitätsbedingungen jährlich zu etwa 240.000 vorzeitigen Todesfällen aufgrund von Feinstaub.

Besonders alarmierend sind die gesundheitlichen Auswirkungen, die chronische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte sowie bestimmte Krebsarten begünstigen. Ein Großteil der Bevölkerung, insbesondere vulnerable Gruppen, atmet Luft mit Werte, die über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Richtwerten liegen.

Überarbeitung der Richtlinien

Die EU-Kommission hat im Oktober 2022 einen Vorschlag zur Überarbeitung der Luftqualitätsrichtlinie präsentiert. Diese neue Richtlinie, die ab 2030 Anwendung finden soll, orientiert sich an den von der WHO 2021 herausgegebenen Richtwerten, um eine schadstofffreie Umwelt bis 2050 zu schaffen. Trotz dieser Fortschritte gibt es Diskrepanzen zwischen den politisch ausgehandelten und den WHO-Richtwerten für Feinstaub und Stickstoffdioxid.

Die Einigung zwischen dem Europäischen Parlament und der Ratspräsidentschaft erfolgte am 20. Februar 2024. Am 14. Oktober 2024 wurde die überarbeitete Richtlinie formal angenommen, und die Veröffentlichung im Amtsblatt der EU geschah am 20. November 2024, was einen wichtigen Schritt in der Luftreinhaltung darstellt.

Empfehlungen zur Luftqualität

Die lebenswichtigen Empfehlungen bei schlechter Luftqualität sind ebenfalls bedeutend. Bei „sehr schlechten“ Werten sollten empfindliche Personen auf körperliche Anstrengungen im Freien verzichten. Bei „schlechten“ Werten ist es ratsam, anstrengende Tätigkeiten zu vermeiden. In Situationen mit „mäßiger“ Luftqualität sind gesundheitliche Auswirkungen unwahrscheinlich, jedoch können empfindliche Personen betroffen sein.

Insgesamt zeigen die Entwicklungen in der Luftqualitätsregulierung, dass es notwendig ist, weitere Maßnahmen in Deutschland zur Luftreinhaltung umzusetzen und die Luftqualitätsüberwachung zu intensivieren, um sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
ostsee-zeitung.de
Weitere Infos
umweltbundesamt.de
Mehr dazu
umweltbundesamt.de

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