Ein einzigartiges Ökosystem: Das grüne Dach des Müritzeums in Waren

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Das grüne Dach des Müritzeums in Waren entwickelt sich seit 18 Jahren zu einem einzigartigen Ökosystem mit vielfältigen Insekten.

Das grüne Dach des Müritzeums in Waren entwickelt sich seit 18 Jahren zu einem einzigartigen Ökosystem mit vielfältigen Insekten.
Das grüne Dach des Müritzeums in Waren entwickelt sich seit 18 Jahren zu einem einzigartigen Ökosystem mit vielfältigen Insekten.

Ein einzigartiges Ökosystem: Das grüne Dach des Müritzeums in Waren

Das Müritzeum in Waren, bekannt für seine besondere Naturerlebnisausstellung, hat sich über die Jahre zu einem faszinierenden Forschungsobjekt entwickelt. Vor 18 Jahren wurde das Dach des Müritzeums liebevoll mit einer Saatenmischung angelegt, und seither hat sich auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern ein eigenes Ökosystem gebildet. Diese Entwicklung können Wissenschaftler seit zwei Jahren genau untersuchen. Insbesondere das Team um Projektleiter Mathias Küster hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Veränderungen und die Artenvielfalt, die sich auf dem begrünten Dach entfaltet haben, zu dokumentieren. Wie NDR berichtet, sind die dort lebenden Insekten, Vögel und sogar Säugetiere ein Zeichen für das gelungene Konzept der Dachbegrünung.

Besonders spannend ist, dass von den ursprünglich ausgebrachten Pflanzen nur etwa ein Drittel überlebt hat. Der Rest wurde durch Wind oder Tiere eingetragen, was zeigt, wie dynamisch und lebendig dieses neu entstandene Habitat ist. Die besondere Ökologie des Daches hat so eine Einzigartigkeit, die andernorts nicht zu finden ist. Dies macht das grüne Dach zu einem wertvollen Naturraum.

Einblicke in die Forschung

Nach einem Forschungsauftrag, der im August 2023 begann, wurden verschiedenste Insekten beobachtet, die über die Wochen hinweg auf dem Müritzeum-Gründach gesichtet werden konnten. Die Wetterbedingungen waren ideal: 26 Grad Celsius, sonnig bis mäßig bewölkt und ein leichter Wind machten die Beobachtungen einfacher. Bei dieser Begehung hängten die Wissenschaftler Lebendfallen auf, wobei die nennenswerten Ergebnisse jedoch noch ausstehen. Dennoch konnten einige interessante Arten registriert werden, unter anderem der große Kohlweißling und das Weibchen des Hauhechelbläulings. Besonders erwähnenswert ist die Sichtung der blauflügeligen Ödlandschrecke, die in Mecklenburg-Vorpommern stark gefährdet ist und auf dem Dach einen wichtigen Lebensraum findet.

Besonders die Hummelarten, wie die dunkle Erdhummel und die Steinhummel, fanden sich in großer Zahl und ernährten sich von den blühenden Fetthennen. Diese Arten sind bekannt dafür, dass sie durch die bundesweite Biotopschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt sind, was deren Bedeutung für das Ökosystem weiter unterstreicht. Laut Müritzeum hängt das Überleben vieler dieser Arten deutlich von solchen naturnahen Lebensräumen ab.

Für das Müritzeum ist die Forschung und Beobachtung des grünen Daches nicht nur ein Gewinn für die Wissenschaft, sondern auch ein Anreiz, das Bewusstsein für den Erhalt von Natur- und Lebensräumen zu schärfen. Der Himmel über dem Müritzeum zeigt, dass auch in städtischen Gebieten Platz für Artenvielfalt und ökologische Vielfalt ist.