140 Millionen Euro für Moorschutz: Greifswald im Klimafokus!

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Bundesumweltminister Schneider kündigt 140 Millionen Euro für Moorschutz in Vorpommern an, um CO2-Emissionen bis 2045 zu senken.

Bundesumweltminister Schneider kündigt 140 Millionen Euro für Moorschutz in Vorpommern an, um CO2-Emissionen bis 2045 zu senken.
Bundesumweltminister Schneider kündigt 140 Millionen Euro für Moorschutz in Vorpommern an, um CO2-Emissionen bis 2045 zu senken.

140 Millionen Euro für Moorschutz: Greifswald im Klimafokus!

Ein neuer Schub für den Moorschutz in Mecklenburg-Vorpommern: Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat heute während einer Sitzung des Landeskabinetts in Berlin grandiose 140 Millionen Euro für die Wiedervernässung von Mooren angekündigt. Diese Aufstockung der Mittel wird aus dem Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz bereitgestellt und soll einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Region leisten. Über 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in Mecklenburg-Vorpommern stammen von entwässerten Mooren, was die Dringlichkeit solcher Maßnahmen unterstreicht.

„Die Region um Greifswald ist hervorragend aufgestellt, um diese Projekte umzusetzen“, sagte Schneider, der in der Vorwoche bereits das Biosphärenreservat Südostrügen und die Karrendorfer Wiesen besucht hatte. Ein Schlüsselprojekt in diesem Zusammenhang ist das Greifswald Moor Centrum, wo Pflanzenmaterial von Moorflächen entwickelt wird. Dieses Material findet bereits Anwendung in den Paketen großer Versandhändler, was zeigt, wie ökologischer Fortschritt auch das Geschäft ankurbeln kann.

Wirtschaftlicher Nutzen und Biodiversität

Nasse Moore sind nicht nur wichtig für den Klimaschutz, sie tragen auch erheblich zur Förderung der Biodiversität bei. Dr. Franziska Tanneberger, die Leiterin des Greifswald Moor Centrums, wird für ihre herausragende Arbeit zur Revitalisierung von Mooren und deren Bedeutung für Klima und Artenvielfalt mit dem Deutschen Umweltpreis 2024 ausgezeichnet. Tanneberger fordert, dass jährlich mindestens 50.000 Hektar Moor wiedervernässt werden – ein Ziel, das seit 1980 nicht erreicht wurde, da jährlich im Durchschnitt nur 2.000 Hektar wiedervernässt werden.

Durch ihre innovativen Ansätze und den Dialog mit Landwirten sowie großen Unternehmen zeigt Tanneberger, wie Moorschutz sowohl umweltfreundlich als auch profitabel sein kann. Ihr Ansatz zielt darauf ab, die nachhaltige Bewirtschaftung nasser Moore zu erforschen, um sowohl Klima als auch Biodiversität zu schonen, während gleichzeitig finanzielle Erträge erzielt werden.

Die Bedeutung der Moore für die Zukunft

Die Moorschutzmaßnahmen sind ein entscheidender Schritt für die Klimaneutralität, auf die Deutschland und die EU bis 2045 beziehungsweise 2050 hinarbeiten. Historisch wurden Moore in Deutschland seit dem 18. und 19. Jahrhundert entwässert, was den Ausstoß von rund zwei Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent jährlich zur Folge hat. „Die Beendigung der Entwässerung von Mooren ist ein Muss“, so Tanneberger, um die Emissionen zu senken.

Die Ankündigung des Bundesumweltministers und die bevorstehenden Projekte geben den Menschen in der Region Hoffnung und einen klaren Überblick darüber, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen ist. Mitarbeiter und Forscher des Greifswald Moor Centrums widmen sich dieser rätselhaften yet wertvollen Landschaft, die nicht nur zur Reinigung der Luft beiträgt, sondern auch Lebensraum für viele bedrohte Arten bietet.

Für Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich somit ein spannendes Kapitel im Moorschutz ab. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es gelingt, die Weichen dafür zu stellen, dass diese wertvollen Ökosysteme sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich nachhaltig revitalisiert werden können.