Anklam beschließt umstrittenen Wärmeplan – Was bedeutet das für uns?
Anklam hat am 28.11.2025 einen umstrittenen Wärmeplan verabschiedet, der bis 2045 klimaneutrales Heizen ermöglichen soll.

Anklam beschließt umstrittenen Wärmeplan – Was bedeutet das für uns?
In Anklam hat die Stadtvertretung vergangenen Donnerstagabend den umstrittenen Wärmeplan beschlossen. Von den anwesenden 20 Abgeordneten zeigten sich 11 zustimmend, während 9 gegen den Plan votierten. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr, denn der Plan war zuvor bereits zwei Mal gescheitert. Einige Stadtvertreter äußerten Bedenken, dass die Planung verbindliche Heizsysteme vorschreiben könnte. Um diese Unsicherheiten auszuräumen, hat die Verwaltung einen Absatz eingefügt, der besagt, dass solche Entscheidungen separat beschlossen werden müssen.
Der neu verabschiedete Wärmeplan macht Anklam zur dritten Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Wärmeplanung abgeschlossen hat. Er zeigt auf, wie Haushalte bis spätestens 2045 klimaneutral beheizt werden können. Dies geschieht im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, die alle Städte und Gemeinden verpflichten, solche Planungen zu erstellen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Beatrix Wittmann-Stifft betont die Planungssicherheit für die Bürger sowie für die städtische Immobiliengesellschaft GWA, die für die Fernwärme zuständig ist. Dank des neuen Plans kann GWA nun Fördermittel für den Ausbau beantragen.
Wärmewende in Anklam
Der Wärmeplan verfolgt das ambitionierte Ziel, die CO2-Emissionen in Anklam zu reduzieren und innerhalb von zehn Jahren Klimaneutralität zu erreichen. Dies ist besonders wichtig, da die Wärmewende in der Region bereits in Bad Doberan weit fortgeschritten ist. Die Diskussion um die kommunale Wärmeplanung zeigt auch, wie wichtig es ist, klare Maßnahmen zu definieren. Analysen, wie sie beispielsweise von der Fraunhofer ISI durchgeführt wurden, unterteilen die Maßnahmen in kleine, moderate und große Vorhaben. Kleinere Maßnahmen beziehen häufig die Renovierung oder den Austausch von Heizungen in einzelnen Gebäuden ein.
Doch die größeren Schritte, wie der Ausbau von Wärmenetzen und die Nutzung geothermischer Potenziale, stehen ebenfalls auf der Agenda vieler Kommunen. In dieser Hinsicht zeigt die Forschung, dass es zahlreiche substanzielle Maßnahmen gibt, die in den Wärmeplänen vieler Städte angedacht sind. Die Wärmeplanung hat das Potenzial, die Wärmewende strukturiert voranzutreiben, was auch durch Interviews im Rahmen des Projekts Act!onHeat belegt wird.
- Kleine Maßnahmen: Renovierung oder Austausch der Heizung in einzelnen Gebäuden.
- Moderate Maßnahmen: Serielle Sanierung mehrerer Gebäude in Quartieren.
- Große Maßnahmen: Erschließung geothermischer Potenziale oder Neubau von Wärmenetzen.
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Ein gutes Händchen bei der Umsetzung der Maßnahmen hängt oft von motivierten Einzelpersonen ab. Dabei bleibt die Effizienz der Wärmeplanung und die Überwachung der Maßnahmen wichtig, ebenso wie die Notwendigkeit, eine umfassendere Analyse der verbleibenden Wärmepläne vorzunehmen. Wer sich beispielsweise in Baden-Württemberg umsieht, findet dort eine Verpflichtung zur Offenlegung von Wärmeplänen, die viele Kommunen bereits erfolgreich umgesetzt haben.
Das neue Wärmeplanungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2024 in Kraft ist, gibt den Gemeinden bis 2026/2028 Zeit, ihre konkreten Wärmepläne vorzulegen. Wie die Entwicklung in Anklam zeigt, ist die Bereitschaft, aktiv an der Wärmewende zu arbeiten, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und wenn alle an einem Strang ziehen, könnte die Zukunft für Anklam und Region in Sachen Klimaschutz strahlend aussehen.