Helium-Genehmigung in Vorpommern: Testbohrungen starten bald!
In Vorpommern-Greifswald wurde eine Genehmigung für die Testbohrung zur Heliumförderung erteilt, aufgrund steigender Rohstoffnachfrage.

Helium-Genehmigung in Vorpommern: Testbohrungen starten bald!
In Vorpommern tut sich was: Das Bergamt Stralsund hat dem Unternehmen 45-8 Guhlen die Genehmigung für eine Testbohrung zur Heliumförderung erteilt. Damit könnte in naher Zukunft Helium in der Region gefördert werden, ein Rohstoff, der in der Halbleiterindustrie sowie in der Medizintechnik hoch im Kurs steht. Das berichtet NDR.
Die geplante Testbohrung findet bei Netzeband, zwischen Greifswald und Wolgast, statt, und soll bis in eine Tiefe von 2.600 Metern vordringen. Während der Erkundung wird das Unternehmen das Grundwasser im Auge behalten, um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren.
Wachsendes Interesse an Rohstoffen
Helium wird immer knapper und gewinnt zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. Diese Entwicklung wird durch einen globalen Anstieg der Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen unterstrichen, denn der Bedarf nach Materialien für Windräder, Solarmodule und die Elektromobilitätsbranche wächst rapide. Auch die neuesten Prognosen der OECD gehen davon aus, dass die weltweite Rohstoffnachfrage bis 2060 doppelt so hoch sein wird, wie sie es heute ist, so berichtet Deutschlandfunk.
In Deutschland wurde der heimische Abbau von Rohstoffen lange Zeit als unattraktiv erachtet. Das Endergebnis: Eine Abhängigkeit von Importen aus Ländern wie China und Russland, die oft nicht den geforderten Umwelt- und Sozialstandards genügen. Die aktuelle geopolitische Lage, hervorgehoben durch den Ukraine-Krieg und die Folgen der Corona-Pandemie, hat diese Problematik noch verstärkt. Die EU hat daraufhin eine neue Rohstoffstrategie aufgelegt, die die heimische Förderung und Recyclingkritischer Rohstoffe ankurbeln soll.
Anwohner und ihre Bedenken
Die Genehmigung für die Testbohrung hat auch Besorgnis unter den Anwohnern ausgelöst. Kritiker bemängeln, dass eine umfassende Prüfung eines potenziellen Dauerbetriebs nicht durchgeführt wurde. Die Testbohrung soll jedoch wertvolle Erkenntnisse über die Gaszusammensetzung in der Region liefern. In den kommenden Wochen werden spezielle Fahrzeuge die Lagerstätte in rund 3.000 Metern Tiefe zwischen Kröslin und Wusterhusen erkunden.
Die Heliumförderung in Vorpommern reiht sich in eine Vielzahl von Projekten zur Rohstoffgewinnung im gesamten Land ein. So laufen beispielsweise in Sachsen bereits 28 Erkundungsvorhaben, darunter bereits weit fortgeschrittene Projekte zur Gewinnung von Lithium, Zinn und Kupfer. Ein neues Zinn-Bergwerk im Erzgebirge soll sogar über 100 Arbeitsplätze schaffen, während in der Lausitz Lithiumhydroxid für die E-Mobilität produziert wird.
Mit dem Ziel, einen Rohstofffonds von einer Milliarde Euro zur Unterstützung neuer Abbaustätten aufzulegen, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Weichen für eine Neuausrichtung des Rohstoffmarktes gestellt. Die heimische Produktion wird als Schlüssel beschrieben, um der Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten entgegenzuwirken.
Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Testbohrung in Vorpommern bringen wird, und ob diese der Wirtschaft und der Region letztlich zugutekommen werden. Denn eines steht fest: Der Wettlauf um kritische Rohstoffe hat erst begonnen!