Stolpersteine in Penkun: Ein bewegendes Gedenken an jüdische Kaufleute

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Am 13.11.2025 wurden in Penkun Stolpersteine für jüdische Kaufhausbetreiber verlegt, um an ihre Geschichte zu erinnern.

Am 13.11.2025 wurden in Penkun Stolpersteine für jüdische Kaufhausbetreiber verlegt, um an ihre Geschichte zu erinnern.
Am 13.11.2025 wurden in Penkun Stolpersteine für jüdische Kaufhausbetreiber verlegt, um an ihre Geschichte zu erinnern.

Stolpersteine in Penkun: Ein bewegendes Gedenken an jüdische Kaufleute

Am 13. November 2025 fand in Penkun eine bewegende Gedenkfeier zur Verlegung von Stolpersteinen statt. Jeremy Baum, der aus London angereist war, und seine Frau Hilleray nahmen an einem Gottesdienst teil, der die Erinnerung an jüdische Kaufhausinhaber würdigte. Vor drei Jahren war Baum bereits bei der Installation von zehn Stolpersteinen für die Familien Caspary und Unger sowie für Max Senger dabei, und nun wurden in einer emotionalen Zeremonie vier weitere Stolpersteine für seine eigenen Vorfahren verlegt.

Die neuen Stolpersteine ehrten Jeremy Baums Großvater Nathan, dessen Frau Hertha, seinen Großonkel Richard und dessen Frau Martha. Zudem wurden zwei Stolpersteine für Joseph Cohn und dessen Ehefrau Hulda installiert. Die Erinnerung an die Geschichten dieser Familien ist nicht nur wichtig, sondern notwendig, um die dunklen Kapitel der Geschichte lebendig zu halten.

Ein Zeichen des Gedenkens

Stolpersteine sind kleine, hölzerne Würfel mit vergoldeten Plaketten, die die Namen und Lebensdaten von Opfern der NS-Verfolgung tragen. Dieses erinnerungswürdige Projekt wurde 1992 von dem deutschen Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen und hat sich seitdem zur größten dezentralen Gedenkstätte der Welt entwickelt. Bis Juni 2023 wurden über 100.000 Stolpersteine weltweit verlegt, wobei der Fokus auf jüdischen Opfern des Holocaust liegt. Aber auch andere Gruppen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, sind bedacht, wie Sinti und Roma, Homosexuelle und Jehovas Zeugen, wie auch Wikipedia berichtet.

Die Installation der Stolpersteine in Penkun wurde von den Pastorinnen Daria Szkudlińska und Frauke Wagner moderiert. Daria Szkudlińska hob die Bedeutung des Gedenkens an die Vergangenheit hervor und ermutigte die Anwesenden, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Schüler der Regionalen Schule trugen dazu bei, indem sie biografische Texte zu den verlegten Steinen vorlasen, was den emotionalen Rahmen der Veranstaltung verstärkte.

Die letzten Juden von Penkun

Die Familien Baum und Cohn waren die letzten in Penkun lebenden Juden. Bernhard Baum, Jeremy Baums Urgroßvater, erwarb um 1903 ein Eckhaus am Markt, in dem er das „Berliner Kaufhaus“ führte. Diese Tradition setzte Nathan Baum fort, der das Geschäft seines Vaters vor dem Ersten Weltkrieg übernahm und es bis 1930 erfolgreich führte. Sein Bruder Richard übernahm 1930 die Geschäfte, und beide Brüder entkamen der Verfolgung im Jahr 1939.

Joseph Cohn, der spätestens 1921 in Penkun ankam, heiratete Hulda, die ein eigenes Textilgeschäft betrieb. Der letzte Hinweis auf die Cohns fand sich in der Reichsvolkszählung von Mai 1939 in Breslau. Zwei weitere Stolpersteine wurden in der Gedenkfeier für dieses Ehepaar verlegt, um ihre Präsenz und die ihrer Familien in der Geschichte des Ortes zu würdigen.

Gemeinsam Erinnern

Die Anschaffung der Stolpersteine kostete jeweils 120 Euro, was durch die Sparkassenstiftung der Sparkasse Uecker-Randow sowie durch zahlreiche Einzelspenden finanziert wurde. Rund 30 Jugendliche und Erwachsene nahmen an der emotionalen Veranstaltung teil. Die Stolpersteine wurden nicht nur als Erinnerungsmittel, sondern auch als Lehrmittel für kommende Generationen betrachtet. So ist Dietmar Roglitz, ein Lehrer der Regionalen Schule, seit 2020 intensiv damit beschäftigt, die Geschichte jüdischer Bürger in Penkun aufzuarbeiten, auch wenn viele Unterlagen im Laufe der Zeit verloren gegangen sind.

So bleibt festzuhalten: Gedenkveranstaltungen wie diese sind unerlässlich, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Denn wie Daria Szkudlińska so treffend formulierte, ist es unsere Pflicht, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und uns für eine gerechtere Zukunft einzusetzen.