Innovative Neubrandenburger Forscher setzen auf Kaltplasma gegen Schädlinge

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Forschende aus Neubrandenburg entwickeln ein Kaltplasma-Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen in Getreide und gewinnen den Inno Award 2025.

Forschende aus Neubrandenburg entwickeln ein Kaltplasma-Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen in Getreide und gewinnen den Inno Award 2025.
Forschende aus Neubrandenburg entwickeln ein Kaltplasma-Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen in Getreide und gewinnen den Inno Award 2025.

Innovative Neubrandenburger Forscher setzen auf Kaltplasma gegen Schädlinge

In Mecklenburg-Vorpommern tut sich einiges im Bereich der Landwirtschaft: Ein innovatives Forschungsteam aus Neubrandenburg hat kürzlich mit einem Kaltplasma-Verfahren einen echten Volltreffer gelandet. Die Wissenschaftler arbeiten daran, Schädlinge, Schimmel und Keime in Getreide auf umweltfreundliche Weise zu bekämpfen. Ihr Ziel? Eine pestizidfreie Landwirtschaft, die nicht nur Ernten schützt, sondern auch die Gesundheit der Verbraucher im Blick hat. Dieses bahnbrechende Konzept wurde beim Innovationspreis Inno Award mit dem ersten Platz ausgezeichnet, wie Nordkurier berichtet.

Stellen Sie sich vor, hochreaktive Elektronen, die durch die Anregung von Luft mit elektrischer Energie entstehen, greifen Zellwände von Schädlingen an. Das ist die Grundlage des Verfahrens. Die ersten Tests mit 30 und 100 Tonnen Getreide verliefen vielversprechend, jedoch steht die Marktzulassung aus, da klare Richtlinien für physikalische Verfahren fehlen. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern sieht in der neuen Methode eine willkommene Alternative zu chemischen Begasungsmitteln, was viele Landwirte aufhorchen lässt. Die Unterstützung durch Bund und Land zur Klärung der Zulassung steht noch aus, wie NDR berichtet.

Innovationen und Ausbildungsinitiativen

Das Team von PlasmaGrainInnovation, das aus ehemaligen Studierenden der Hochschule Neubrandenburg hervorgegangen ist, plant bereits jetzt die nächsten Schritte. Ab Januar beginnt eine zweijährige Phase zur Vorbereitung der Ausgründung, und mit dem für 2027 angestrebten Unternehmensstart kann sich die Branche auf eine modulare Technik freuen, die sowohl in kleinen als auch in großen Silos angewendet werden kann. Die Entwickler haben ein gutes Händchen bewiesen und zeigen, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Bei der Preisverleihung für den Innovationspreis am 6. November 2025 in Rostock wurde auch das Projekt „Ymolution“ aus der Unimedizin Greifswald geehrt, das ein tierversuchsfreies Verfahren zur Herstellung von Antikörpern vorgestellt hat. Den dritten Platz belegte das Projekt „PhotomicAI“, das mithilfe Künstlicher Intelligenz Gewässerzustände analysiert. Insgesamt gab es 23 Bewerbungen – mehr als in den vergangenen Jahren, was die hohe Qualität der eingereichten Projekte verdeutlicht.

Zukunftsperspektiven im Vorratsschutz

Im Rahmen des Projekts PHYSICS FOR FOOD haben die Wissenschaftler auch einen Demonstrator präsentiert, der eindrucksvoll zeigt, wie das Plasma in Vorratssilos Schadinsekten und Pilze bekämpfen kann. Landwirte zeigten sich begeistert von der Technologie. Prof. Dr. Leif-Alexander Garbe hebt hervor, dass Kaltplasma nicht nur keinen Rückstand hinterlässt, sondern auch eine dekontaminierende Wirkung hat. Das könnte eine echte Wende im Vorratsschutz bedeuten.

Die Zukunft der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern könnte also bald weniger von Chemie geprägt sein und mehr von innovativen, umweltfreundlichen Lösungen, die sowohl den Landwirten als auch den Verbrauchern zugutekommen. Die Resonanz in der Branche ist vielversprechend und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieses Verfahren weiterentwickelt.

Interessant bleibt auch, dass es zahlreiche Landwirte gibt, die bereit sind, diese neue Technologie in ihren Silos zu testen, um sich von chemischen Mitteln zu verabschieden. Der Weg für eine nachhaltige Landwirtschaft in der Region scheint geebnet – und das alles dank einer cleveren Idee aus Neubrandenburg.