Zukunft des Wittstocker Krankenhauses ungewiss: MVZ als letzte Hoffnung?
Röbel/Müritz: Unsicherheit um Klinikversorgung, Bürgermeister fordert Planung für MVZ in Wittstock. Runder Tisch am 17. November.

Zukunft des Wittstocker Krankenhauses ungewiss: MVZ als letzte Hoffnung?
In Wittstock brodelt es gewaltig, und die Menschen sind besorgt über die Zukunft ihrer medizinischen Versorgung. Gerüchte um eine mögliche Übernahme des Wittstocker Krankenhauses durch das MediClin Müritz-Klinikum wurden nun offiziell dementiert. Die MediClin-Zentrale in Offenburg ließ verlauten, dass es derzeit keine Pläne zur Übernahme gebe. Stattdessen setzt Wittstocks Bürgermeister Philipp Wacker auf eine neue Idee: Ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) soll am Standort der ehemaligen Tuchfabrik entstehen. Das klingt vielversprechend, doch die Fragen und Sorgen in der Bevölkerung bleiben.
Am morgigen 17. November findet ein Runder Tisch statt, an dem verschiedene Akteure der Region teilnehmen werden. Die lokale Ärzteschaft, KMG-Kliniken, die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Ostprignitz-Ruppin, die Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassen werden zusammenkommen, um über die neuen Pläne zu beraten. Matthias Radtke, der Bürgermeister von Röbel, wird die Interessen der südlichen Müritzregion vertreten. Er macht deutlich, dass die Bürger derzeit verunsichert sind und es an der Zeit ist, Klarheit über die medizinische Versorgung zu schaffen. **Welche Lösungen bieten die Verantwortlichen?**
Die Herausforderungen der medizinischen Versorgung
In den letzten Jahren wurden in Wittstock immer wieder Unterschriftensammlungen und Online-Petitionen gestartet, um die medizinische Versorgung zu unterstützen. Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 gab es 375 Rettungswagenfahrten aus dem Landkreis Seenplatte nach Wittstock, darunter 211 kardiologische Notfälle. Radtke warnt, dass ohne die Klinik in Wittstock die Rettungszeiten im Amtsgebiet Röbel-Müritz über 40 Minuten betragen könnten – ein alarmierender Umstand, der die Dringlichkeit dieser Thematik unterstreicht. Die Sorge um eine mögliche Personalabwanderung resultiert aus der Unsicherheit über die Klinik, und viele fragen sich, was die Verantwortlichen für die Zukunft planen.
Bürgermeister Wacker hofft, das MVZ-Projekt attraktiv zu gestalten und plant unter anderem, Notärzte und kardiologische Angebote im MVZ anzubieten. Ein MVZ könnte eine sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Infrastruktur darstellen, allerdings wird klar, dass es kein vollständiger Ersatz für ein Krankenhaus mit Notfallversorgung sein kann. Der Projektgedanke eines Bildungscampus auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik ist bereits an finanziellen Hürden gescheitert, und nun stehen die Verantwortlichen unter Druck, ein tragfähiges Konzept für die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu entwickeln.
Zukunftsperspektiven und notwendige Schritte
Die Situation wird zusätzlich durch die geplante Krankenhausreform kompliziert. KMG plant, die Standorte Pritzwalk, Kyritz und Wittstock auf zwei zu reduzieren. Dies bedeutet, dass ab dem 1. Januar 2027 das Wittstocker Krankenhaus nicht mehr die erforderlichen strukturellen Voraussetzungen für den Betrieb erfüllen würde. Radtke fordert von allen Beteiligten einen belastbaren Zeitplan mit verbindlichen Meilensteinen, um die Unsicherheiten in der Bevölkerung zu beseitigen und konkrete Schritte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung aufzuzeigen.
In dieser angespannten Situation sind alle Augen auf den Runden Tisch gerichtet. Was wird dort entschieden? Kommt endlich Klarheit? Es ist zu hoffen, dass die Akteure ihr gutes Händchen beweisen und eine Lösung finden, die den Menschen in Wittstock und Umgebung gerecht wird.