Bürgermeister verärgert: Schüsse auf Boizenburger Schule!
Bürgermeister Reichelt kritisiert Sachbeschädigung an der Schule in Hagenow. Schäden durch Schüsse, Anzeige erstattet.

Bürgermeister verärgert: Schüsse auf Boizenburger Schule!
In Boizenburg sorgt eine neuerliche Sachbeschädigung an der Regionalen Schule „Rudolf Tarnow“ für Unmut. Bürgermeister Rico Reichelt ist sichtlich verärgert über den Vorfall, der sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Juli ereignete. Dabei wurde eine Fensterscheibe mutwillig zerstört, und Reichelt geht davon aus, dass die Beschädigung durch Schüsse verursacht wurde. Die Kosten für den Schaden belaufen sich auf schätzungsweise 22.000 Euro, was möglicherweise Auswirkungen auf andere städtische Projekte, wie etwa die Kulturveranstaltung Hafensommer, haben könnte. „Diese Art von Sachbeschädigung ist nicht hinnehmbar“, so Reichelt, der zudem an die Achtsamkeit der Bürger appelliert, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Die Stadt prüft auch die Möglichkeit, Kameras zum Schutz der Schule zu installieren. Laut der SVZ gab es bereits im Frühjahr 2024 ähnliche Vorfälle, als die Kriminalpolizei in einem Bauabschnitt der Schule ermittelte.
Im Mai 2024 kam es schon einmal zu Sachbeschädigungen in der Schule, als zwei Fensterscheiben eines Rohbaus durch einen unbekannten Täter beschädigt wurden. Damals hatten die Verantwortlichen der Polizei eine Zwille oder einen ähnlichen Gegenstand als mutmaßliche Tatwaffe vermutet. Die Schäden in Höhe von rund 15.000 Euro blieben damals ohne erkennbare Täterermittlung. Die Polizei zeigte sich aufgerufen, Zeugen zu suchen, die Hinweise zu diesem Vorfall geben könnten, und hofft auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Ein Aufruf zur Mithilfe erschien im Presseportal, das ebenfalls über die Sachbeschädigung berichtete.
Ein besorgniserregendes Phänomen
Die Vorfälle an der Regionalen Schule sind Teil eines größeren Problems, das die Schulen in Deutschland betrifft. Laut Statista ist Gewalt an Schulen ein häufig thematisiertes Thema in den Medien. Fast jede zweite Lehrkraft beobachtet Gewalt unter Schüler:innen. Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik aus April 2024 zeigt einen Anstieg von Straftaten unter Kindern und Jugendlichen, nachdem es jahrelang Rückgänge gab. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Schüler:innen an Real-, Haupt- und Gesamtschulen sowie in sozial benachteiligten Regionen. Fast 70% der Lehrkräfte an diesen Schulen berichten von einem Gewaltproblem.
Die Statistiken sind alarmierend: Rund 12% der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler erleben mehrmals im Monat Mobbing, und über 20% der Grundschulkinder in bestimmten Klassen wurden zumindest einmal pro Woche körperlich angegriffen. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass es nicht allein in Boizenburg brennt, sondern dass hier ein gesamtgesellschaftliches Thema auf der Agenda steht. Ein Großteil der Lehrkräfte ist überzeugt, dass Jugendliche gewaltbereiter geworden sind, was auch die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen unterstreicht.
Um dem entgegenzuwirken, rufen Eltern und Schulleiter nach mehr Initiative. Mehr als 80% der befragten Eltern würden Anti-Gewalt-Trainings an Schulen befürworten. Auch Cybermobbing steht im Fokus, ein Problem, das aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Jugend immer ernster genommen wird. Schulen, die auf solche Herausforderungen nicht reagieren, müssen mit dem Risiko einer steigenden Gewaltbereitschaft in ihren Reihen rechnen.