Wismar verliert Musikschule: Sanierungskosten von 12 Millionen Euro!

Kreismusikschule Nordwestmecklenburg verliert ab August 2027 den Unterrichtsort in Wismar. Sanierung dringend notwendig!

Kreismusikschule Nordwestmecklenburg verliert ab August 2027 den Unterrichtsort in Wismar. Sanierung dringend notwendig!
Kreismusikschule Nordwestmecklenburg verliert ab August 2027 den Unterrichtsort in Wismar. Sanierung dringend notwendig!

Wismar verliert Musikschule: Sanierungskosten von 12 Millionen Euro!

Die Kreismusikschule Nordwestmecklenburg steht vor einer herausfordernden Situation: Ab August 2027 wird der Unterricht in der Wismarer Turnplatzschule nicht mehr möglich sein. Das 120 Jahre alte Gebäude hat sich als sanierungsbedürftig herausgestellt, da nicht nur eine dringende Dachsanierung notwendig ist, sondern auch erhebliche Mängel im Bereich Brandschutz ermittelt wurden. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) äußerte sich besorgt über die fehlenden modernen Anforderungen in Bezug auf Energieverbrauch und Sicherheitsvorschriften, was die zukünftige Nutzung des Gebäudes zusätzlich erschwert. Der Nutzungsvertrag zwischen der Stadt Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg läuft aus, sodass eine Verlängerung nicht in Betracht gezogen werden kann. Der Bürgermeister informierte diese Woche die Bürgerschaft über die kritische Lage und die geplanten Schritte, denen eine strategische Planung vorausgehen muss. Besondere Herausforderungen ergeben sich durch die Tatsache, dass bereits Bausubstanzprobleme festgestellt wurden und eine Sanierung schätzungsweise drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen könnte.

„Da liegt was an“, könnte man sagen, denn die Kosten für die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen sind mit rund 12 Millionen Euro veranschlagt, die aus dem Haushalt der Stadt Wismar aufgebracht werden müssten. Bisherige Versuche, Fördermittel zu erhalten, waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Wie es nun weitergeht, ist unklar: Bürgermeister Beyer plant die Möglichkeit, dass die Kreismusikschule während der Sanierungszeit temporäre Räumlichkeiten in städtischen Schulen erhält. Über diese Schritte gibt es bereits Absprachen mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg. Für die Zukunft des Gebäudes ist definitiv eine enge Zusammenarbeit zwischen der Hansestadt Wismar, dem Landkreis und weiteren Beteiligten von Nöten.

Neue Perspektiven für die Musikschule

Der Auszug aus der Turnplatzschule wirft auch Fragen nach der zukünftigen Heimat der Kreismusikschule auf. In den Überlegungen steht eine mögliche Einmietung in das geplante erweiterte Berufsschulzentrum in Wismar, doch diese Vision könnte frühestens 2029 Wirklichkeit werden. In der Zwischenzeit bleibt die Musikausbildung in Wismar und Umgebung auf der Strecke. Ob hier temporäre Lösungen schnell einspringen oder ob man auf andere Unterrichtsorten zurückgreifen kann, ist mehr als ungewiss.

Es ist kein Geheimnis, dass die Musikschul-Infrastruktur in Deutschland insgesamt in der Diskussion steht. Laut einer Studie des Deutschen Musikinformationszentrums, die in Kooperation mit dem Verband deutscher Musikschulen durchgeführt wurde, zeigt sich, dass in Deutschland etwa 933 öffentliche Musikschulen mit rund 21.000 Unterrichtsstätten existieren, die ca. 1,5 Millionen Menschen besuchen. Interessanterweise korrelieren hohe Anteile von Musikschülern oft mit kurzen Wegen zu den Unterrichtsstätten. Dies wird auch in Wismar und Umgebung von Bedeutung sein, da die Vernetzung zwischen Bildungsträgern und den bestehenden Einrichtungen auch zukünftig für einen Zugang zur Musik sorgen muss.

Letztlich sollte die Verwaltung in Wismar die Gelegenheit nutzen, über die angespannten finanziellen Möglichkeiten hinweg zu denken und kreative Lösungen zu suchen, um den Musikunterricht für die Bürgerinnen und Bürger langfristig zu sichern. Denn, wie wir alle wissen: Ein gutes Händchen für die Musik kann man nicht oft genug haben.