Von Ruine zum Kunstjuwel: Schwerins Schaumagazin nimmt Form an!
Schwerin plant die Umwandlung des ehemaligen KIW in ein Kunstmuseum. Baubeginn 2026, Eröffnung 2027. Künstlerische Visionen erwarten Besucher!

Von Ruine zum Kunstjuwel: Schwerins Schaumagazin nimmt Form an!
In Schwerin tut sich was! Das legendäre Kraftfahrzeug Instandsetzungswerk „Vorwärts“ (KIW), das vielen aus der DDR-Zeit noch gut in Erinnerung ist, steht nun vor einer aufregenden Wandlung. Einst war das KIW der größte Stützpunkt für die Reparatur von Fahrzeugen im Bezirk, wo Autofahrer ihren geliebten Trabi abholten und ein kleiner Teil der Mobilität in der DDR gesichert wurde. Nach seiner Schließung im Jahr 1994 und einem kurzen Intermezzo als Autohandel und Werkstatt verfällt das beeindruckende Bauwerk aus der spätmodernen Bauhauszeit nun, aber bald könnte sich dies ändern.
Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, wird das KIW in ein Kunstmuseum umgewandelt, welches den Namen „Schaumagazin Schwerin“ tragen wird. Ziel ist es, diesen kulturellen Ort zu beleben und gleichzeitig einen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst zu leisten.
Umbau mit Weitblick
Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich Anfang 2026 starten und die offizielle Eröffnung des Museums ist für Mitte 2027 geplant. Doch um diese Pläne in die Tat umzusetzen, sind noch zwei Millionen Euro notwendig. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro, wobei der Bund mit fünf Millionen Euro und die Stadt Schwerin mit einer halben Million Euro unterstützen. Kornelia von Berswordt-Wallrabe, die Projektleiterin, plant, ihre umfangreiche Kunstsammlung als zentrales Element des neuen Museums zu integrieren.
Der Entwurf für den Umbau stammt von dem Schweizer Architekten Max Dudler, der bereits den ersten Entwurf am 12. Juni 2025 in einem Vortrag mit dem Titel „Weiterbauen. Transformation und Permanenz“ vorstellen wird. Die Stadtverwaltung stellt dafür den Büro- und Annahmebereich des KIW zur Verfügung, was zeigt, wie eng das Projekt mit der Geschichte und den Bedürfnissen der Stadt verwoben ist.
Ein Kunstort für alle
Das Schaumagazin wird nicht nur ein Ort zum Schauen und Ausstellen sein, sondern auch Raum für das Forschen und Sammeln von zeitgenössischer Kunst bieten. Besucher aller Altersgruppen – von Jugendlichen über Studierende bis hin zu Familien – sollen hier herzlich willkommen geheißen werden. Neben dem Museumsbereich sind flexible Wände im Depot geplant, die es ermöglichen, die Ausstellungen je nach Bedarf anzupassen.
Doch das ist noch nicht alles: In der ersten Bauphase konzentriert man sich auf den Museumsbereich, während die großen Hallen im hinteren Teil des Komplexes bereits in Zukunft Potenzial für Wohnungen, eine Kunsthochschule, Gastronomie und Einzelhandel haben. Die Idee, in den denkmalgeschützten Hallen Wohnraum zu schaffen, hat bereits seit längerem Eingang in die Planungen gefunden – Zeit drängt, um den Verfall der beeindruckenden Bausubstanz zu stoppen.
Ein besonderes Augenmerk gilt außerdem dem ikonischen Fliesenmosaik, das vor dem Abriss eines der heute nicht mehr benötigten Gebäude gerettet werden soll. So vereint das Projekt nicht nur Kunst und Kultur, sondern auch Denkmalschutz.
Schwerin steht vor einer spannenden Transformation, die kulturelle Akzente setzen wird. Wer diese Entwicklungen hautnah miterleben möchte, sollte den Vortrag von Max Dudler nicht versäumen. Beginn ist am 12. Juni 2025 um 18:00 Uhr im Garagen-Komplex des KIW, VorwärtsMittelweg 7, 19059 Schwerin. Weitere spannende Informationen über das Projekt finden Interessierte auch auf der Webseite des Schaumagazins: schaumagazin.org.