Malchin im Wandel: Wann kommt die schöne Verkleidung der Wohncontainer?
Malchin, einst blühendes Bahnknotenpunkt, kämpft um das Erscheinungsbild seiner Asylunterkunft und bahntechnische Zukunft.

Malchin im Wandel: Wann kommt die schöne Verkleidung der Wohncontainer?
In Malchin, wo historische Bauwerke und moderne Herausforderungen aufeinandertreffen, ist das ehemalige Postgebäude seit November 2024 eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Die Stadt hat die Qualität der Unterkunft im Blick und schaut dabei insbesondere auf die Erscheinung der schwarzen Wohncontainer. Diese, so berichtet der Nordkurier, sollten ursprünglich farblich angepasst und verkleidet werden, um bestmöglich in das historische Ensemble zu passen. Fortschritte diesbezüglich sind jedoch bislang ausgeblieben – der zuständige Eigentümer hatte vor über einem Jahr versprochen, die Container umzugestalten, doch die Stadt wartet weiterhin auf die Umsetzung dieser Maßnahmen.
Obwohl die Verantwortlichen einen Nachtrag zur Baugenehmigung aus dem Jahr 2023 vorgelegt haben, der lediglich eine Verlegung des Pförtner-Containers zur Diskussion stellt, bleibt die Frage nach der städtischen Aufwertung des Gesamtbildes offen. Größere Zwischenfälle in der Unterkunft sind bisher nicht aufgetreten, wodurch die Stadt in der Pflicht steht, die Rahmenbedingungen für die Bewohner zu verbessern und gleichzeitig die historische Identität des Ortes zu wahren.
Eine Stadt in der Zeitreise
Doch die Geschichte Malchins reicht weit zurück. Die Anbindung an das Eisenbahnnetz führte zu einem spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung, beginnend mit dem ersten Spatenstich für die Bahnverbindung von Güstrow nach Neubrandenburg im April 1862. Dieser Abschnitt wurde am 25. November 1864 feierlich eröffnet. Die Stadt erhielt nun Anschluss an größere Städte wie Stettin, Hamburg und Berlin – und der Bahnhofsgebäude, als eines der schönsten im Norden Deutschlands, wurde zum Stolz der Malchiner.
Der Bahnhof, entworfen von dem Schweriner Architekten W. Voss, war eine bedeutende Drehscheibe für den Personen- und Güterverkehr. Im Verlauf der Jahre wurden zahlreiche Strecken eröffnet, darunter 1879 nach Waren und 1907 nach Dargun. Dieser Aufschwung brachte auch mehr Arbeitsplätze mit sich, was sich besonders während des Zweiten Weltkriegs zeigte, als das Verkehrsaufkommen auf ein Maximum anstieg.
Verborgene Herausforderungen
Mit dem Fall der Mauer 1989 geriet der Bahnverkehr jedoch zunehmend in die Bredouille. Die Schienen wurden durch Straßen ersetzt und viele Industriebetriebe verschwanden aus Malchin. Am 01. Juni 1996 stellte der Bahnverkehr auf den Nebenstrecken nach Waren und Dargun seinen Dienst ein. Für die Stadt bedeutete dies einen herben Verlust – sowohl an wirtschaftlicher Bedeutung als auch an Anschluss an die Infrastruktur. Mittlerweile sind viele Bahnanlagen und Gleise nicht mehr in Betrieb, was die Diskussion um die Verantwortlichkeiten zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Bahn weiter anheizt, wenn es um die Zukunft des Bahnhofs geht.
Wie der Lost Place Wunderland berichtet, hat der Bahnhof, nachdem das zweite Gleis demontiert und der Mittelbahnsteig entfernt wurde, an Bedeutung verloren. Für Malchin bleibt die Herausforderung, eine Balance zwischen der Wiederbelebung der Verkehrsanbindung und der Aufwertung der Stadt zu finden. Die Einrichtungen, die einst florierten, stehen nun im Schatten der aufkeimenden urbanen Entwicklungen und Fragen an die Verantwortlichen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie Malchin diese Herausforderungen meistern wird.