Ehemaliger Tagesschau-Journalist enthüllt Skandale im Rundfunkbetrieb
Am 28.06.2025 diskutierte der Journalist Alexander Teske in Malchow über die Herausforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Ehemaliger Tagesschau-Journalist enthüllt Skandale im Rundfunkbetrieb
Vor wenigen Tagen entblätterte der Journalist Alexander Teske in der Malchower Kirche die Schattenseiten der „Tagesschau“, die von rund zehn Millionen Menschen regelmäßig verfolgt wird. In einem Gespräch mit Pfarrer Thomas Dietz schilderte Teske seine schmerzliche Desillusionierung während seiner 35-jährigen Laufbahn im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Ich habe nie gedacht, dass ich so viele negative Erfahrungen machen würde“, so Teske. Diese Veranstaltung fand im Rahmen des 55. Malchower Formats statt, das auch die geistliche Begleitung des Mühlheimer Pfarrers Achijah Zorn umfasste, der demnächst als Urlaubsvertretung in Schönfeld antreten wird.
Besonders pikant: Teske beschreibt die „Tagesschau“ als einen „Sehnsuchtsort“, während er gleichzeitig die internen Abläufe als „Tabubruch“ bezeichnet, die er in seinem Buch „Inside Tagesschau“ thematisiert. In einer aufschlussreichen Analyse kritisiert er die Arbeitsweise des Formats scharf. „Die Mitarbeiter sind Nachrichtenbeamte, die sich nicht zur Diskussion einladen lassen“, beschreibt er die Stimmung in der Redaktion und hebt hervor, dass die Macht nicht bei den Chefredakteuren liege, sondern bei einer anonymen Gruppe von zehn Chefs vom Dienst.
Vertrauenskrise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, insbesondere ARD und ZDF, sieht sich derzeit mit einer Vertrauenskrise konfrontiert. Kritiker bemängeln eine fehlende Objektivität und eine vermeintliche Beeinflussung durch links-grüne politische Ansichten. Diese Skepsis wird durch die steigenden Zweifel an der Berichterstattung über zentrale Themen wie Corona und die Ukraine-Krise noch verstärkt. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2022 gaben 62% der Befragten an, dass sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als wichtig für die Demokratie erachten. Jedoch sank das Vertrauen im Vergleich zu 2020, wo es noch bei 70% lag, auf 62% im Jahr 2022. Dies geht aus einer Analyse der bpb hervor.
„Die Berichterstattung wird von einer Gesinnungsgemeinschaft bestimmt“, erklärt Teske und kritisiert, dass wichtige Positionen in der Redaktion nicht offen ausgeschrieben werden. Zudem fühlt er sich selbst in der Redaktion oft fremd, besonders in der Berichterstattung über Ostdeutschland, die er als von oben herab erlebte. Seine Erfahrungen zeigen auch, dass es einen großen Druck auf Journalisten gibt, die sich angreifbar machen, wie bei der Berichterstattung über Chemnitz im Jahr 2018. „Erst als die Ereignisse politisch skandalisiert wurden, nahm die Berichterstattung Fahrt auf“, merkt er an.
Der unaufhörliche Reformbedarf
Immer mehr Menschen verweigern die Zahlung der Rundfunkbeiträge, weil sie der Überzeugung sind, dass der gesetzlich festgelegte Auftrag nicht mehr erfüllt wird. Ein Gerichtsurteil zu diesem Thema steht im Oktober an. Diesem Trend kann sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht entziehen, denn das Vertrauen der Zuschauer ist eine wertvolle Währung. Er sei zwar wichtig, so Teske, jedoch sei ein Reformbedarf offensichtlich. Vorschläge zur Modernisierung reichen von zeitlich befristeten Chefpositionen über öffentliche Ausschreibungen bis hin zu einer stärkeren Vertretung regionaler Redaktionen, die die Bedürfnisse der Bevölkerung besser abdecken können.
Inmitten all dieser Herausforderungen bleibt die Frage: Wie lässt sich das Vertrauen wiederherstellen? Trotz aller Kritik an der „Tagesschau“ und dem aktuellen Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unterstreicht die bpb, dass Medien eine zentrale Rolle in einer Krisensituation einnehmen. Das Informationsbedürfnis ist groß, besonders in den turbulenten Zeiten seit 2008 – begonnen mit der Finanzkrise, gefolgt von der Flüchtlingskrise und den Auswirkungen der Pandemie und des Ukraine-Kriegs. Die Medien tragen die Verantwortung, die Gesellschaft über diese Entwicklungen neutral und transparent zu informieren.
Die Vielschichtigkeit der Thematik und die Äußerungen von Alexander Teske werfen ein Licht auf die Notwendigkeit eines Dialogs über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das Vertrauen der Zuschauer ist nicht nur eine Frage der Berichterstattung, sondern auch eine Frage der Relevanz und der Anpassungsfähigkeit an die gesellschaftlichen Veränderungen. Bleibt abzuwarten, wie sich diese Debatte weiterentwickeln wird.