Neubrandenburgs Bürgerrat startet: Vielfalt und Toleranz im Fokus!
Neubrandenburg gründet Bürgerrat für Vielfalt und Toleranz: Erste Sitzung am 4. Juli 2025 mit 25 zufällig ausgewählten Bürgern.

Neubrandenburgs Bürgerrat startet: Vielfalt und Toleranz im Fokus!
Der Neubrandenburger Bürgerrat hat am 4. Juli 2025 seine erste Sitzung abgehalten. In einem eindrucksvollen Auftakt begrüßte Stadtpräsident Thomas Gesswein die 25 ausgelosten Bürger, die durch ein Losverfahren aus einem Pool von 285 Angehörigen der Stadtgesellschaft ausgewählt wurden. Gesswein ermunterte die Teilnehmer, mutig und unkonventionell an die Themen Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz heranzugehen und sich aktiv einzubringen. Der Bürgerrat soll die diverse Gesellschaft Neubrandenburgs widerspiegeln, was durch unterschiedliche Altersgruppen, Geschlechter, Herkunft und Stadtteile gewährleistet wird. Die erste Sitzung wurde genutzt, um die verschiedenen Perspektiven der Beteiligten kennenzulernen und über gemeinsame Werte zu diskutieren. Hierzu wurden auch Vorträge zur Einführung in die Themen angeboten, um den Austausch in den Kleingruppen anzuregen.
Der Bürgerrat, der vom 11. Juni bis zum 1. Juli stattfand, diente als Plattform für Bürger, um konkrete Vorschläge zu erarbeiten. In insgesamt drei Sitzungen arbeiteten die Teilnehmer intensiv an ihren Empfehlungen. Die letzte Sitzung ist für Ende Juli angesetzt, um die Vorschläge zur Abstimmung vorzulegen. Die Ergebnisse werden am 23. Juli 2025 an die Stadtvertretung und die Stadtverwaltung übergeben. Diese Initiative ist Teil eines größeren Konzeptes, das auf einen Beschluss der Stadtvertretung zurückgeht, der am 13. November 2024 gefasst wurde, um die Förderung von Weltoffenheit und Toleranz in Neubrandenburg zu stärken.
Hintergründe und Motivation
Auslöser für den Bürgerrat war die umstrittene Entfernung einer Regenbogenflagge, die als Symbol für Toleranz und die Akzeptanz von Vielfalt gilt. Der Antrag zur Entfernung kam von Ratsherr Tim Großmüller von den Stabiles Bürgern Neubrandenburg. Die Begründung lautete, die politische Neutralität wahren zu wollen, was jedoch auf scharfe Kritik stieß, insbesondere von der Initiative Queer NB und Markus Rahmstorf. Vor dem Hintergrund dieser Spannungen kündigte Oberbürgermeister Silvio Witt seinen Rücktritt an, was den Diskurs über die Werte in Neubrandenburg zusätzlich anheizte.
Die Durchführung des Bürgerrates erfolgt unter der Aufsicht einer Begleitgruppe, die aus Vertretern aller Fraktionen, der Stadtverwaltung, der lokalen Partnerschaft für Demokratie und dem Jobcenter besteht. Unterstützung erhält das Vorhaben auch durch das Projekt „Bürgerräte für M-V“ sowie durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das die Finanzierung sicherstellt. Diese Initiative ist nicht allein ein lokales Phänomen; seit 1972 haben Bürgerräte, die zufällig ausgewählte Bürger versammeln, in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Laut einem Bericht von tagesschau.de finden mittlerweile fast 30 Bürgerräte pro Jahr statt, wodurch die Meinungen der Bürger auf kommunaler Ebene stärker ins Bild gerückt werden.
Die Bedeutung von Bürgerbeteiligung
Die Arbeit der Bürgerräte ist von großer Relevanz, da sie nicht nur die Meinungen der Bürger abbilden, sondern auch praxisnahe Ratschläge für politische Entscheidungen entwickeln. Für die Beteiligten gibt es neben der Aufwandsentschädigung von 150 Euro zusätzlich Unterstützungsangebote wie Kinderbetreuung und Barrierefreiheit. Ziel ist es, die Stimmen unterrepräsentierter Gruppen zu fördern, sodass eine tatsächliche Vielfalt an Meinungen zutage tritt.
Die kommenden Diskussionen in Neubrandenburg stehen also im Zeichen des Wandels und der notwendigen Auseinandersetzung mit Themen, die weit über die Stadtgrenzen hinausreichen. Die Weichen für eine weltoffene Zukunft könnten hier entscheidend gestellt werden.
Für weitere Details zu diesem spannenden Projekt besucht die Seiten von strelitzius.com und buergerrat.de. Mehr zu den Bürgerräten in Deutschland erfahrt ihr auch auf tagesschau.de.