Feuerwehr unter Druck: Kommunen streiten um gerechte Anerkennung!

Feuerwehr unter Druck: Kommunen streiten um gerechte Anerkennung!
In Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit über die finanzielle Wertschätzung für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren diskutiert. Das Thema ist so aktuell wie nie, denn viele Gemeinden stellen sich die Frage, wie sie ihren ehrenamtlichen Feuerwehrleuten Anerkennung zollen können. Der Kreisfeuerwehrverband, vertreten durch Sebastian Eschment, hebt hervor, dass die Einsätze für die Feuerwehrmitglieder viel Zeit in Anspruch nehmen. Es wird deutlich: Wer eine freiwillige Feuerwehr unterstützen möchte, hat manchmal ein hohes Maß an Engagement zu zeigen.
Die Einsatzhäufigkeit der Feuerwehren variiert stark. Während die Feuerwehr in Güstrow über 100 Einsätze im Jahr verzeichnet, kämpfen andere Wehren mit einer deutlich geringeren Anzahl. Die Grundausbildung sowie monatliche Standdienste sind weiterhin eine feste Größe und Teil der Arbeit in den Wehren. Allerdings ist die finanzielle Anerkennung, wie zum Beispiel Stiefelgeld oder eine Feuerwehrrente, nicht in jeder Gemeinde garantiert. Diese Entscheidungen liegen im Ermessen der kommunalen Selbstverwaltung, was bedeutet, dass die Umsetzung häufig von den finanziellen Mitteln der Gemeinden abhängt.
Stiefelgeld und Feuerwehrrente
Das NDR berichtet von einem Beispiel aus Ziesendorf, wo ein Antrag auf Stiefelgeld abgelehnt wurde, obwohl diese Zahlung zwischen fünf und 150 Euro pro Jahr betragen könnte, abhängig von der Anzahl der Einsätze. Positives Beispiel sind einige Gemeinden im Landkreis Rostock, die bereits Stiefelgeld zahlen – darunter Bad Doberan, Lambrechtshagen, Elmenhorst und Plaaz. Die Stadt Güstrow geht mit gutem Beispiel voran, indem sie ihren Feuerwehrleuten jährlich 100 Euro auf die GüstrowCard überweist.
In Teterow wurde bereits im Jahr 2001 die Feuerwehrrente eingeführt, bei der die Gemeinde etwa 300 Euro jährlich in die Rentenversicherung für aktive Mitglieder einzahlt. Der Wehrführer Mathias Saft betont die Wichtigkeit der aktiven Teilnahme, was zeigt, dass Gemeinsinn und Engagement der Schlüssel zu einer erfolgreichen Feuerwehr sind. Mit etwa 60 Mitgliedern und rund 75 Einsätzen pro Jahr hat die Teterower Wehr den Rückhalt, den es braucht.
Wertschätzung und Diskussionen
Die Diskussion um die Aufwandsentschädigung wird nicht nur in Ziesendorf und Teterow geführt. In Schwerin hat der Stadtfeuerwehrverband jüngst alle Fraktionen der Stadtvertretung zu einem Gespräch eingeladen. Der Anlass war ein Antrag der Fraktion der Unabhängigen Bürger, der eine Aufwandsentschädigung für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr fordert. Diese Entschädigung ist in vielen Kommunen bereits Realität – in Greifswald etwa werden 7,50 Euro pro Einsatz gezahlt.
Ein spannende Frage steht im Raum: Wie viel sollten die Schweriner Feuerwehrleute erhalten? Die SPD-Fraktion hat vorgeschlagen, die Einsatzpauschale für Ortswehren von derzeit 10 Euro pro Einsatz auf 30 Euro rückwirkend 2020 und ab 1. Januar 2021 auf 50 Euro zu erhöhen. Damit wollen sie die Gemeinschaft fördern und den steigenden bürokratischen Aufwand decken. Hanse Rundschau berichtet, dass die Stärkung des Ehrenamtes einen unverzichtbaren Teil unserer Gesellschaft darstellt, und der Stadtfeuerwehrverband hofft auf baldige Fortschritte in dieser wichtigen Angelegenheit.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion entwickeln wird und wie viele Gemeinden letztendlich entsprechende Maßnahmen ergreifen werden. Eines ist jedoch sicher: In Zeiten wachsenden bürokratischen Aufwands ist die Wertschätzung für unsere ehrenamtlichen Retter wichtiger denn je.