Grabow: Vor 300 Jahren – Ein verheerender Brand und der Wiederaufbau!
Erfahren Sie, wie der verheerende Brand von 1725 Grabow verwandelte und zur modernen Stadtentwicklung beitrug.

Grabow: Vor 300 Jahren – Ein verheerender Brand und der Wiederaufbau!
Am 3. Juni 1725 geschah in Grabow, einer charmanten Stadt an der Elde, eine Tragödie: Ein verheerender Brand brach während eines Gottesdienstes aus und verwandelte die Geschichte Grabows für immer. Laut Nordkurier wurden fast alle Häuser, das Rathaus, das Heilige-Geist-Hospital, die Kirche sowie das herzogliche Schloss in den Flammen zerstört. Binnen weniger Stunden gingen etwa 300 Gebäude in Raucht auf, und nur wenige blieben verschont.
Erschreckend ist, dass die Ursache des Brandes bis heute im Dunkeln bleibt. Zuvor hatte man Ähnliches in anderen mecklenburgischen Städten erlebt. Die Bauweise der damaligen Zeit, insbesondere die Fachwerk- und Holz-Lehm-Konstruktionen, trugen zur enormen Brandgefahr bei. Glücklicherweise gab es keine menschlichen Verluste – ein wahrer Segen in dieser Katastrophe.
Der unmittelbare Nachbrenner
Als der Brand tobte, befand sich die Herzogsfamilie unter den Gottesdienstbesuchern und musste kostbare Möbel sowie Kunstwerke zurücklassen. Der regierende Herzog Karl Leopold versprach Unterstützung beim Wiederaufbau. Damit begann ein langer Prozess, der das Stadtbild Grabows nachhaltig veränderte. Um den Wiederaufbau zu organisieren, ließ er einen Regulierungsplan erstellen, und im Oktober 1725 begann Ingenieur Behring, neue, breitere Straßen abzugestecken.
Das Fehlen einer Feuerversicherung stellte die Stadt vor zusätzliche Herausforderungen, weshalb Spenden gesammelt wurden, um die Wiederaufbauarbeiten zu finanzieren. Entscheidend für die neue Architektur war der Einsatz von Gründen zu feuerresistenteren Bauweisen, und tatsächlich waren die neu erbauten Fachwerkhäuser im Stadtzentrum ein direktes Resultat dieses Brandes. Laut Quermania sind die Fachwerkhäuser relativ jung im Vergleich zu den anderen historischen Bauten in der Region.
Wiederaufbau und Entwicklung
Die halten noch heute strahlenden Zeugnisse dieser Zeit feiern den Wiederaufbau Grabows. Eine neue Kanzel sowie ein Altar wurden aus Lübeck und Hamburg beschafft, und innerhalb kürzester Zeit waren die ersten Predigerhäuser 1726 und das Rathaus 1727 fertiggestellt. Das Schloss selbst wurde nicht im ursprünglichen Stil wiederaufgebaut. Politische Konflikte führten dazu, dass stattdessen ein Jagdschloss in der Nähe von Klenow errichtet wurde.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Grabow zu einer modernen Stadt mit breiten Straßen und feuersicheren Gebäuden. Diese Maßnahmen waren dringend nötig, denn die Bauweise am Anfang des 18. Jahrhunderts war anfällig für Brände. Wie in dem Artikel von Imhof Verlag beschrieben, war der Wiederaufbau nach derartigen Katastrophen stets eine Mammutaufgabe, die Kreativität und Durchhaltevermögen erforderte.
Heute zeugen die Fachwerkhäuser und das erhaltene Stadtbild von den Anstrengungen, die Grabow unternommen hat, um nach dem Brand nicht nur zu überleben, sondern zu gedeihen. Die Stadt bleibt ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes in Mecklenburg-Vorpommern und zieht mit ihrer einzigartigen Architektur und Geschichte weiterhin Besucher an.