Katzenflut in Rostock: Tierheime am Limit – Schutzverordnung gefordert!

Katzenflut in Rostock: Tierheime am Limit – Schutzverordnung gefordert!
In Mecklenburg-Vorpommern stehen die Tierheime unter enormem Druck. Die aktuelle Situation in Rostock zeigt, dass der Klimawandel zu einer erhöhten Paarungsbereitschaft bei Katzen führt, was in der Region zu einem dramatischen Anstieg der Kittenzahlen führt. Die Leiterin des Rostocker Tierheims, Carmen Lahl, blickt besorgt auf das Geschehen. „Wir haben eine ganzjährige Kittenwelle, nicht mehr nur zweimal im Jahr“, äußert sie gegenüber NDR. Die Nachfrage nach Pflegeplätzen und Adoptivfamilien ist so hoch, dass auch die Tierheime in Laage und Güstrow an ihre Grenzen stoßen. Neue Tiere kann man kaum noch aufnehmen.
Gemeinsam mit dem Gnadenhof in Zarnewanz, der momentan einen Aufnahmestopp hat, kämpfen die Betreiber mit den gestiegenen Futterkosten. Diese werden aktuell durch private Zuschüsse abgedeckt. Aber nicht nur Futter wird benötigt; die Spenden für Tierarztbesuche sind ebenfalls dringend erforderlich. Aktuell beherbergt der Gnadenhof 12 Schafe, 1 Kuh, über 20 Katzen und 9 Hunde. Die Hoffnung ist, dass jüngere Tiere bald ein neues Zuhause finden können, da der Aufnahmestopp zurzeit nicht unbegrenzt bleiben kann.
Kastrationspflicht gefordert
Vor diesem Hintergrund sind Tierschützer lauter denn je, wenn es um eine landesweite Katzenschutzverordnung geht. Lahl fordert dringend eine Regelung zur Registrierung und Kastration von Katzen. Ein Problem, das nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch in anderen deutschen Bundesländern wie Bayern besteht. Hier müssen viele Tierheime ebenfalls die Notbremse ziehen, da sie mit überfüllten Beständen zu kämpfen haben. Der Bayerische Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes berichtet von einer Überlastung der Einrichtungen – viele Katzen haben kein Zuhause, und die Lage wird durch trächtige Katzen, viele Katzenbabys sowie verwilderte und kranke Tiere weiter verschärft.
Eine flächendeckende Kastrationspflicht für freilaufende Katzen ist das Ziel vieler Tierschützer. Der Tierschutzbund mahnt, dass etwa 90 Prozent der Kommunen in Bayern keine Katzenschutzverordnung haben. Auch in Mecklenburg-Vorpommern könnte eine solche Regelung dazu beitragen, das Problem der überzuständigen Kittenzahlen zu lindern.
Vorteile der Kastration
Die Kastration ist ein Routineeingriff für Tierärzte und sollte zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat durchgeführt werden. Der Eingriff verläuft in der Regel ohne Komplikationen und hat zahlreiche Vorteile. Durch die Unfruchtbarmachung ergibt sich nicht nur eine Verhaltensänderung, sondern auch eine Verringerung von Streitigkeiten unter Artgenossen. Dies führt zu weniger Verletzungen und Krankheitsübertragungen sowie einem geringeren Risiko von Verkehrsunfällen, da Katzen nicht mehr auf der Suche nach Geschlechtspartnern umherstreifen.
Es sind klare Maßnahmen erforderlich, um die leidvolle Situation für die Katzen in den Tierheimen zu verbessern. Die Initiative zur Einhaltung einer Kastration- und Kennzeichnungspflicht könnte das Schicksal vieler Tiere zum Besseren wenden. Vielleicht macht diese schwierige Lage auch in anderen Teilen Deutschlands Mut, ähnliche Regelungen zu erlassen.
Für Katzenfreunde und Haustierbesitzer heißt es jetzt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und das Thema Kastration und Schutz der Katzen ernst zu nehmen. Ein Schritt, der nicht nur den Tieren, sondern auch den Tierheimen zugutekommen würde.