Rettung in letzter Minute: 185 Kinder aus Vorpommern-Rügen in Not!

In Vorpommern-Rügen wurden 2023 476 Notrufe wegen Kindeswohlgefährdung registriert, was zu 380 Inobhutnahmen führte.

In Vorpommern-Rügen wurden 2023 476 Notrufe wegen Kindeswohlgefährdung registriert, was zu 380 Inobhutnahmen führte.
In Vorpommern-Rügen wurden 2023 476 Notrufe wegen Kindeswohlgefährdung registriert, was zu 380 Inobhutnahmen führte.

Rettung in letzter Minute: 185 Kinder aus Vorpommern-Rügen in Not!

Im Landkreis Vorpommern-Rügen sorgt ein besorgniserregender Anstieg der Kindeswohlgefährdungen für Schlagzeilen. Laut einem aktuellen Bericht der Ostsee-Zeitung erhielten die Jugendämter im Jahr 2023 insgesamt 476 Notrufe wegen möglicher Gefährdungen von Kindern. Diese Meldungen betrafen 721 Kinder, davon kamen 190 von der Insel Rügen, 147 aus Stralsund und 139 aus Nordvorpommern. Bei etwa einem Sechstel der Anrufe wurde eine akute Gefährdung festgestellt, was zu einem Handeln der Behörden führte.

In den Fällen, in denen die Gefährdung als dringlich eingestuft wurde, wurden Kinder entweder in Obhut genommen oder es wurden Schutzpläne erstellt, die Hilfen und Kontrollvereinbarungen umfassten. Erstaunlicherweise war in einem Drittel der Fälle kein akutes Risiko vorhanden, dennoch wurden Unterstützungsmaßnahmen initiiert, um den Familien zu helfen. In den letzten zwei Jahren mussten insgesamt 380 Kinder in Obhut genommen werden, wobei 2023 mit einem Anstieg auf 263 Inobhutnahmen, ein besorgniserregender Trend nachvollzogen werden kann.

Steigende Inobhutnahmen und mögliche Ursachen

Der Anstieg ist besonders erwähnenswert im Kontext der Inobhutnahmen, die von 169 im Jahr 2022 auf 263 im Jahr 2023 kletterten, um dann mit 238 im Jahr 2024 einen leichten Rückgang zu zeigen. Die Statistik zeigt, dass nach Abzug unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge, 195 Kinder 2022 und 185 Kinder 2023 aus bedrohlichen Verhältnissen in Obhut genommen wurden. Etwa die Hälfte dieser Kinder stammt aus Stralsund, während je ein Viertel von der Insel Rügen und aus Nordvorpommern kommt.

Die Zahlen werfen ein Licht auf die Herausforderungen, denen sich die Jugendämter gegenübersehen. In der gesamten Bundesrepublik zeigt eine Erhebung der Tagesschau, dass 2024 rund 69.500 Kinder und Jugendliche in Jugendämtern untergebracht wurden, ein Rückgang um 7% im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch stieg die Zahl der Fälle von Kindeswohlgefährdung um 10%, was ungefähr 2.600 zusätzlichen Fällen entspricht, und diese Fälle machten rund 42% aller Inobhutnahmen aus.

Die Arten der Gefährdung

Die Statistiken des Statistischen Bundesamtes unterscheiden dabei zwischen verschiedenen Arten der Kindeswohlgefährdung. Diese sind: Vernachlässigung, körperliche Misshandlung, psychische Misshandlung und sexuelle Gewalt. Kinder können oft von mehreren dieser Gefährdungsarten gleichzeitig betroffen sein. Die wichtigsten Informationen zu diesen Themen sind hier zusammengefasst.

Angesichts der komplexen Situation ist es entscheidend, dass die Betroffenen schnell und adäquat unterstützt werden. Die meisten Kinder, die vorübergehend in Obhut genommen werden, sind zunächst im Kindernotdienst des VSP oder im Jugendnotdienst des IB in Stralsund untergebracht. Weitere Möglichkeiten zur Unterbringung sind Bereitschaftspflegestellen, Wohngruppen oder Einrichtungen für junge Flüchtlinge.

In Anbetracht dieser Entwicklung ist es unerlässlich, dass das Thema des Kinderschutzes in der Gesellschaft weiter diskutiert wird und die Ressourcen für die Jugendämter entsprechend erhöht werden, damit Gefahren für Kinder frühzeitig erkannt und abgewendet werden können. Das Wohl der Kinder steht an erster Stelle – da gibt es keine Kompromisse.