Deutsche Bogenn in Sassnitz: Insolvenz trotz Millionenförderung!

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Die Deutsche Bogenn in Sassnitz ist insolvent, mit 4,2 Millionen Euro Schulden. Insolvenzverfahren wurde eröffnet.

Die Deutsche Bogenn in Sassnitz ist insolvent, mit 4,2 Millionen Euro Schulden. Insolvenzverfahren wurde eröffnet.
Die Deutsche Bogenn in Sassnitz ist insolvent, mit 4,2 Millionen Euro Schulden. Insolvenzverfahren wurde eröffnet.

Deutsche Bogenn in Sassnitz: Insolvenz trotz Millionenförderung!

Unternehmerische Untiefen in Sassnitz: Die Deutsche Bogenn GmbH hat Insolvenz angemeldet. Ein Gutachten, das im Auftrag des Stralsunder Amtsgerichts erstellt wurde, hat diese stellt fest. Knapp 4,2 Millionen Euro Schulden und nur 280.000 Euro an liquiden Mitteln stehen in der Bilanz des Unternehmens. Der Gutachter sieht kaum Chancen für eine erfolgreiche Fortführung. Das Bild ist trist und die Situation angespannt: Gläubiger können nun ihre Forderungen anmelden, während die Fährhafen Sassnitz GmbH klagt und 1,5 Millionen Euro sowie die Räumung der Grundstücke fordert, als wäre es ein pokerspiel um die letzten Chips, bei dem niemand gewinnen kann.

Besonders brisant wird die Lage durch die politische Vorgeschichte. Die Ansiedlung der Deutschen Bogenn, die 2016 unter großem politischen Aufsehen, inkludiert sogar den Besuch von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, gefeiert wurde, war mit einer Förderung von fast neun Millionen Euro durch das Land unterstützt worden. Diese Gelder könnte das Wirtschaftsministerium nun zurückfordern – eine Überprüfung ist im Gange.

Sicht der Geschäftsführung

Ungeachtet der ernsten Lage hat die Unternehmensführung gegen den Insolvenzbeschluss Beschwerde eingelegt. Sie betonen, dass sie nicht zahlungsunfähig seien und alle laufenden Betriebskosten und Gehälter der Mitarbeiter pünktlich gezahlt werden. Laut Ostsee-Zeitung sei der Insolvenzantrag durch die Fährhafen Sassnitz GmbH gestellt worden, um unbestrittene Forderungen in Höhe von insgesamt 171.000 Euro einzutreiben. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter prüft aktuell die Finanzsituation des Unternehmens.

In den letzten Jahren war die Deutsche Bogenn, die zur Schaffung von 65 Arbeitsplätzen mit großem Tamtam eröffnet wurde, immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Vergangenes Jahr sorgte eine Klage der DAK wegen rückständiger Sozialversicherungsbeiträge für Aufregung, jedoch wurde die Angelegenheit am 12. März nach Zahlung der Forderungen schnell beendet.

Marktanalyse

Die Meldungen über Unternehmensinsolvenzen nehmen in Deutschland insgesamt zu. Im Jahr 2024 haben stolze 21.812 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was einen Anstieg von 22,4 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Gründe sind vielfältig – von gegenwärtigen Krisen bis hin zu langfristigen Belastungen. Statistiken zeigen, dass trotz dieser Entwicklungen Insolvenzen eine seltene Art der Unternehmensschließung bleiben. Insgesamt schlossen etwa 270.000 gewerbliche Unternehmen und schätzungsweise 90.000 freiberufliche Tätigkeiten im Jahr 2024.

Das hiesige Geschehen um die Deutsche Bogenn ist nur ein Puzzlestück in diesem größeren Bild ansteigender Insolvenzen. Die betroffenen Arbeitnehmer und Entscheidungsträger blicken nun gespannt in die Zukunft, während die Betroffenen händeringend auf eine Lösung hoffen.