Dargun bangt um Ortsumgehung: Finanzierung bleibt ungewiss!
Dargun verzögert sich der Bau der Ortsumgehung aufgrund fehlender Finanzierung. Bürgermeister schildert aktuelle Herausforderungen.

Dargun bangt um Ortsumgehung: Finanzierung bleibt ungewiss!
In Dargun dreht sich derzeit alles um das Thema Ortsumgehung, und das nicht zum Positiven. Seit Jahren plant die Stadt eine Umgehungsstraße, doch trotz der drängenden Notwendigkeit gibt es weder Finanzierung noch konkrete Fortschritte. Der neue Haushaltsentwurf des Bundes für 2025, der vor kurzem von Finanzminister Lars Klingbeil präsentiert wurde, lässt Dargun erneut außen vor. So berichtete der Nordkurier, dass die Umgehungsstraße mit geschätzten Kosten von rund 14 Millionen Euro nicht im Entwurf zu finden ist, während andere Orte wie Mirow und Wolgast bereits eingepreist sind.
Die Situation ist für die Stadt Dargun, die zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gehört, äußerst unbefriedigend. Bürgermeister Sirko Wellnitz ist alarmiert über die Verzögerungen und informiert, dass der Baubeginn eigentlich für 2024 angesetzt war. Nun heißt es, dass mit den Arbeiten voraussichtlich erst im September 2025 begonnen werden kann, was die Fertigstellung bis ins Frühjahr 2027 hinausschiebt. Der NDR spricht dabei von den fehlenden Haushaltsmitteln des Bundes als ausschlaggebendem Grund.
Überfällige Veränderung
Das Ziel der Umgehungsstraße ist klar: Die Entlastung der Innenstadt von Dargun und die Schaffung einer schnelleren Verkehrsanbindung zwischen Demmin und Rostock. Über 600 Bäume sollen die neue Straße säumen. Doch ohne die nötige Finanzierung kann die Stadt keinerlei Ausschreibungen oder Verträge für die Versorgungsleitungen abschließen, was bedeutet, dass der gesamte Prozess ins Stocken gerät.
Die Leiterin der Großprojekt-Gruppe beim Straßenbauamt Schwerin, Daniela Kunze, äußerte zwar Hoffnungen auf eine baldige Finanzierung, doch konnte sie bisher keine Stellung zur Bedeutung der fehlenden Gelder beziehen, da sie den Haushaltsentwurf selbst noch nicht geprüft hatte. Besonders kritisch wird die Lage, wenn man berücksichtigt, dass auch der frühere Finanzminister Lindner in seinen Plänen Dargun sträflich ignorierte.
Infrastruktur unter Druck
Die Probleme in Dargun sind kein Einzelfall. Eine umfassende Analyse zeigt, dass die öffentliche Infrastruktur in Deutschland unter anhaltender Unterfinanzierung leidet. Viele Projekte, so wie das in Dargun, müssen sich einem hohen Transformationsdruck hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und sicherheitspolitischen Herausforderungen stellen. Dabei konkurrieren die Investitionen oft mit anderen staatlichen Ausgaben und sparen an der falschen Stelle. PwC empfiehlt, eine zentrale Organisationseinheit einzurichten, um die verwaltungsinternen Planungsprozesse zu harmonisieren und so eine effizientere Steuerung von Infrastrukturprojekten zu ermöglichen.
Die Bürger von Dargun müssen sich also wohl noch etwas gedulden, während sich die Rahmenbedingungen für den Bau ihrer Umgehungsstraße zusehends verschlechtern. Ein Baubeginn im Frühjahr 2026 scheint äußerst unwahrscheinlich. Es bleibt abzuwarten, ob den Plänen endlich Taten folgen, und Dargun auf die Erfolgsspur zurückkehrt.