Dreigroschenoper begeistert 6.600 Zuschauer in Wismar!

Dreigroschenoper begeistert 6.600 Zuschauer in Wismar!
Die Wismarer Theatersommer-Saison wurde am vergangenen Samstagabend mit großem Erfolg nach insgesamt 19 Vorstellungen abgeschlossen. Über 6600 Zuschauer strömten in die St. Georgen-Kirche, um die Inszenierung von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ zu erleben. Wie NDR berichtet, lag die durchschnittliche Auslastung der Vorstellungen bei beeindruckenden 90 Prozent. Besonders beliebt waren die Plätze der ersten Kategorie, die schnell ausverkauft waren.
Die Regie übernahm Holger Mahlich, der seit 2014 verantwortlich für die Theateraufführungen in der Wismarer St.-Georgen-Kirche ist. Mahlich legte besonderen Wert auf die musikalische Umsetzung des klassischen Werkes, was sich in der Darbietung von 25 Liedern widerspiegelte, die von einem siebenköpfigen Orchester begleitet wurden. Die „Dreigroschenoper“, eines der bekanntesten Theaterstücke, gilt als Grundstein für den Weltruhm von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Sie wurde seit ihrer Uraufführung von zahlreichen Künstlern in verschiedenen Sprachen interpretiert und hat sich weltweit zu einem „Megaseller“ entwickelt.
Ein Stück mit Geschichte
Die Entstehung der „Dreigroschenoper“ ist ebenso spannend wie die Aufführung selbst. Sie basiert auf „The Beggar’s Opera“ von John Gay aus dem Jahr 1728, das von Brechts Mitarbeiterin und Geliebten Elisabeth Hauptmann entdeckt und übersetzt wurde. Obwohl Brecht anfangs nur mäßig interessiert war, entwickelte sich schließlich ein intensiver Arbeitsprozess, in dem traditionelle Theaterformen kritisch hinterfragt wurden. Diese Chaotik der Proben führte zur Einfügung der berühmten Moritat von Mackie Messer knapp vor der Premiere, die dem Eitelkeitsanspruch des Schauspielers Harald Pausen Rechnung trug.
„Dreigroschenoper“ hatte eine kurze Probenzeit und die Beteiligten waren alles andere als optimistisch, als das Stück uraufgeführt wurde. Doch wie man heute sieht, hat das Stück die Jahre überdauert und begeistert immer noch das Publikum. Das wird auch deutlich bei den Überlegungen für die nächste Saison: Die Planungen sollen Ende September besprochen werden. Eine Fortsetzung der „Dreigroschenoper“ in Wismar ist allerdings ungewiss, da das Stück auch in Schwerin aufgeführt wird.
Ausblick auf die nächste Saison
Für die kommende Spielzeit könnte es eventuell ein drei bis viertägiges Theaterfestival geben, ähnlich dem vergangenen Sommer. Besonders spannend für Theaterliebhaber wird die Premiere der nächsten „Dreigroschenoper“ sein, die für den 4. Juli geplant ist. Das Highlight der letzten Saison war das Eröffnungskonzert der Festspiele, geleitet von dem 97-jährigen Dirigenten Herbert Blomstedt, das große Resonanz fand. Leider muss das Großfiguren-Theaterstück aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen eine Pause einlegen.
Wismar bleibt damit ein aufregender Ort für Theaterfreunde und bietet weiterhin hochklassige Produktionen. Die hervorragende Resonanz auf die „Dreigroschenoper“ zeigt, dass hier ein gutes Händchen für kulturelle Veranstaltungen bewiesen wird. Die Vorfreude auf die nächste Saison ist bei den Wismarern groß, und man darf gespannt sein, was das Theater im kommenden Jahr bereithält.