Vater und Sohn in Graal Müritz: Lebensgefahr trotz Badeverbot!

Vater und Sohn fast ertrunken an Buhnen in Graal Müritz. DLRG warnt vor Gefahren und fordert Respekt für Badeverbote.

Vater und Sohn fast ertrunken an Buhnen in Graal Müritz. DLRG warnt vor Gefahren und fordert Respekt für Badeverbote.
Vater und Sohn fast ertrunken an Buhnen in Graal Müritz. DLRG warnt vor Gefahren und fordert Respekt für Badeverbote.

Vater und Sohn in Graal Müritz: Lebensgefahr trotz Badeverbot!

In Graal Müritz, einem beliebten Urlaubsort an der Ostsee, kam es am vergangenen Sonntag zu einem dramatischen Vorfall, der die Gefahren des Wassers eindringlich in Erinnerung ruft. Ein Vater und sein Sohn aus Brandenburg erlebten ein beängstigendes Abenteuer an einer Buhne und mussten in die Klinik gebracht werden, nachdem sie fast ertrunken wären. Der Vorsitzende der DLRG Graal Müritz, André Rickhoff, berichtete von den Rettungsmaßnahmen, die unter widrigen Bedingungen stattfanden. So tobte ein kräftiger Wind und es galt ein Badeverbot.

Bevor die beiden gerettet werden konnten, waren nicht nur sie in Schwierigkeiten. Auch zwei Kinder wurden an diesem Tag aus den wütenden Fluten gerettet. Ein Junge wurde gegen die Buhnen gedrückt, während der Vater versuchte, ihn zu retten, und ebenfalls von der Strömung ergriffen wurde. „Es ist erschreckend, wie oft Menschen die Gefahren unterschätzen“, äußerte Rickhoff und betonte, wie wichtig es ist, Badeverbote ernst zu nehmen und die Bedeutung von Flaggen zu verstehen. Eine rote Flagge steht für ein Badeverbot – hier sollte sich niemand ins Wasser wagen.

Wasserrettung als wichtige Aufgabe

Die Buhnenanlage in Graal Müritz hat eine wichtige Funktion: Sie schützt den Strand vor Sandabtragung. In den Sommermonaten kümmern sich 13 engagierte Wasserretter um die Sicherheit der Badegäste, in der Nebensaison sind es immerhin sieben. Diese Wasserretter arbeiten ehrenamtlich und stehen täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr im Einsatz. Trotz ihres unermüdlichen Engagements beklagt Rickhoff die nachlassende Anerkennung in der Gesellschaft. Sie erhalten lediglich 25 Euro Aufwandsentschädigung pro Tag, was die Notwendigkeit verbessert Haltungen und Anreize betrifft.

Ertrinkungsstatistik gibt zu denken

Die traurige Realität ist, dass solche Vorfälle alles andere als Einzelfälle sind. Im Jahr 2023 verzeichnete die DLRG in Deutschland 411 tödliche Ertrinkungen, was einen Anstieg um 31 Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dies ist bereits der dritte Anstieg in Folge und die erste Überschreitung von 400 Ertrunkenen seit 2019. Besonders alarmierend ist, dass fast die Hälfte der ertrinkenden Menschen in den Sommermonaten zwischen Juni und August ums Leben kam. DLRG-Präsidentin Ute Vogt hofft, dass die bevorstehende warme Jahreszeit und die damit verbundene Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu einem Umdenken führen werden.

Um das Bewusstsein für die Gefahren im Wasser zu schärfen, startet die DLRG am 13. März 2025 eine Kampagne, die sich gezielt an Eltern kleiner Kinder richtet. Mit über 7.000 Werbeflächen in mindestens 13 Großstädten soll die Bevölkerung über die Risiken aufgeklärt werden, denn die Statistik ist alarmierend – von den ertrinkenden Kindern bis zu 10 Jahren waren 14 im letzten Jahr zu beklagen, 8 davon sogar unter 5 Jahren. Es ist an der Zeit, diese Gefahren ernst zu nehmen und verantwortungsbewusst mit den Gewässern umzugehen.

„Die Gefahren am Wasser sind real. Wir wollen helfen, Leben zu retten“, fasst Rickhoff die Mission der DLRG zusammen. Gerade in einem Land wie Deutschland, wo 90 % der Ertrinkungsfälle in Binnengewässern passiert sind, ist die Aufklärung unerlässlich.