Lebensmittelkontrolle in Neubrandenburg: Labor schließt – Was jetzt?

Neubrandenburg verliert seinen Labor-Standort für Lebensmittelkontrolle. 30 Mitarbeiter sind betroffen. Ministerium sucht Lösungen.

Neubrandenburg verliert seinen Labor-Standort für Lebensmittelkontrolle. 30 Mitarbeiter sind betroffen. Ministerium sucht Lösungen.
Neubrandenburg verliert seinen Labor-Standort für Lebensmittelkontrolle. 30 Mitarbeiter sind betroffen. Ministerium sucht Lösungen.

Lebensmittelkontrolle in Neubrandenburg: Labor schließt – Was jetzt?

In Neubrandenburg wird das Labor für Lebensmittelkontrolle geschlossen, und die betroffenen Mitarbeiter sind sichtlich betroffen von dieser Nachricht. Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin hat auf eine Presseanfrage der Nordkurier Mediengruppe mitgeteilt, dass die Schließung eine Reaktion auf knappe Mittel und personelle Ressourcen sei, die eine Fortführung des Standorts unmöglich machen. Minister Till Backhaus (SPD) erläuterte, dass die künftig geplante Konzentration der Labore in Rostock darauf abzielt, die Strukturen und internen Abläufe zu optimieren.

Die genaue Zeitspanne für die Verlegung nach Rostock ist jedoch unklar. Laut den Informationen stehen die Planungen noch ganz am Anfang und Abstimmungsprozesse mit den Beschäftigtenvertretungen müssen erst abgeschlossen werden. Etwa 30 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen, wobei das Ministerium beteuert, dass ihre Arbeitsverhältnisse in Rostock fortgeführt werden sollen. Für diejenigen, die nicht umziehen möchten oder können, wird eine Unterstützung zur Vermittlung in andere Arbeitsstellen in der Region Neubrandenburg in Aussicht gestellt.

Sicherheit und Qualität im Fokus

Die Schließung des Standorts fällt in einen sensiblen Bereich: die Lebensmittelkontrolle. Diese ist in Deutschland primär Aufgabe der Bundesländer, und gezielte Kontrollen sind essenziell für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Unternehmen sind verantwortlich für die Sicherheit und Qualität ihrer Produkte durch Eigenkontrollen. Da die EU-Lebensmittelverordnung weitgehend harmonisiert ist, gelten strenge Richtlinien, um festzulegen, welche Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden dürfen. Artikel 14 dieser Verordnung legt dabei entscheidende Anforderungen fest.

Die Überwachung erfolgt „vom Acker bis zum Teller“, wobei die Betriebe in Risikokategorien eingestuft werden. Regelmäßige, risikoorientierte Kontrollen sind somit Teil des Alltags der Lebensmittelüberwachung, die durch Lebensmittelchemiker und Tierärzte durchgeführt werden. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland rund 500.000 Betriebe kontrolliert, von denen bei etwa 65.000 Fällen Verstöße festgestellt wurden. Die Beanstandungsquote lag somit bei etwa 12,6 Prozent.

Verbrauchervertrauen auf dem Spiel

Obwohl Verbraucher in Deutschland Lebensmittel weitgehend als sicher empfinden, gibt es wachsende Bedenken. Besonders Rückstände von Antibiotika, Hormonen und Pestiziden sind Gründe für Besorgnis. Ein Fünftel der Bevölkerung glaubt, dass die Sicherheit von Lebensmitteln abnimmt. Transparente Kennzeichnung, wie etwa Prüfsiegel für Bio-Qualität oder faire Handelsbedingungen, tragen zur Vertrauensbildung bei.

Mit der Schließung der Lebensmittelkontrolle in Neubrandenburg könnten potenzielle Lücken entstehen, die das Vertrauen der Verbraucher in die Lebensmittelsicherheit gefährden könnten. Die Aufrechterhaltung hoher Standards für die Qualität und Sicherheit muss auch weiterhin im Fokus stehen, um eine unbedenkliche Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen.