Neubrandenburger Frauenmilchbank: Lebensretter für Frühchen!

Neubrandenburger Frauenmilchbank: Lebensretter für Frühchen!
Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg hat sich einen besonderen Platz in der Versorgung von Babys erarbeitet. Mit einer der wenigen Frauenmilchbanken Deutschlands unterstützt die Einrichtung vor allem Frühchen und kranke Neugeborene. Aktuell gibt es in Deutschland ungefähr 50 solcher Banken, von denen drei in Mecklenburg-Vorpommern zu finden sind: in Greifswald, Schwerin und Neubrandenburg, so berichtet Nordkurier.
Die Milchküche des Klinikums hat sich auf die Zubereitung von bis zu 200 Portionen Muttermilch und Breinahrung pro Tag spezialisiert. In Spitzenzeiten können es sogar über 400 Portionen sein. Diese Nahrungsquelle ist besonders für Frühgeborene unter 1250 Gramm von Bedeutung, da Muttermilch wichtige Nähr- und Abwehrstoffe enthält, die in industrieller Säuglingsnahrung nicht vorhanden sind. Das Klinikum trägt den Status als Perinatalzentrum Level 1, was bedeutet, dass es bestens ausgestattet ist für die medizinische Betreuung der kleinsten Patienten.
Hygiene und Spenden
In der Milchküche, die über eigene, autorisierte Räume verfügt, wird höchste Hygiene großgeschrieben – ähnlich wie bei Blutspenden. Frauen, die nach der Geburt mindestens 200 Milliliter Muttermilch „übrig“ haben, können bis zu sechs Monate nach der Entbindung spenden. Diese Spenden werden in sterilen Behältnissen gesammelt und tiefgefroren, wobei die Milch in der Milchküche anschließend pasteurisiert wird. Die Resonanz auf einen jüngsten Spendenaufruf über soziale Medien war überwältigend und half dabei, die Bestände aufzufüllen.
Gesunde Mütter, die sich überlegen zu spenden, können sich unter der Telefonnummer 0395 775-2958 informieren. Es ist höchst wichtig, dass die gespendete Milch auf Sicherheit und Qualität getestet wird. Auch im Hinblick auf die vorteilhaften Eigenschaften der Muttermilch wird diese praxisnah empfohlen. Muttermilch schützt Frühgeborene vor Infektionen und schweren Darmproblemen, wie auch die Weltgesundheitsorganisation bestätigt, seit sie künstliche Säuglingsnahrung als weniger ideal erachtet hat.
Der Wert der Muttermilch
Die gesundheitlichen Vorteile sind nicht zu leugnen. Studien zeigen, dass die Muttermilchernährung schwerwiegende Darmprobleme und Infektionen seltener auslöst. Zudem spielt sie eine entscheidende Rolle in der neurologischen Entwicklung von Frühgeborenen. Dies ist besonders bemerkenswert, da Mütter von Frühgeborenen häufig mit der Herausforderung konfrontiert sind, dass ihre Milchproduktion verzögert erfolgt und sie daher vorübergehend nicht ausreichend stillen können. Hier kommt die Bedeutung von Spenderinnen ins Spiel, die oft ebenfalls Mütter von Neugeborenen sind.
Die Praxis des Spendens von Muttermilch hat eine lange Tradition und ist in vielen Kulturen fest verankert. Erste Sammelstellen wurden bereits vor über 100 Jahren ins Leben gerufen. Heute sind Initiativen wie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum ein wichtiger Teil dieser Entwicklung, der über die lokale Versorgung hinausgeht. Eine gesunde und nährende Zukunft für die kleinsten Patienten ist also in guten Händen.