Uckerfelde sagt Nein zur Windkraft: Bürger protestieren lautstark!
Uckerfelde entscheidet gegen Windkraftanlage: Bürger äußern Bedenken zur Umwelt und Beteiligung. Sitzung am 19.06.2025.

Uckerfelde sagt Nein zur Windkraft: Bürger protestieren lautstark!
In Bietikow beleuchtet die Gemeindevertretung Uckerfelde derzeit heiße Themen rund um die Energieinfrastruktur. Bei einer Sitzung am 19. Juni 2025 standen die Verlegung einer 30-kV-Kabeltrasse sowie ein Bauantrag für eine neue Windkraftanlage auf der Tagesordnung. Der Antrag zur Kabeltrasse, eingereicht von der ENERTRAG Netz GmbH, wurde einstimmig angenommen, jedoch unter der Voraussetzung, dass die Oberflächen nach Abschluss der Arbeiten wiederhergestellt und die Koordination mit den betroffenen Eigentümern gewährleistet wird. Bürgermeister Peter Gerhardt machte klar, dass klare Spielregeln nötig sind, um Probleme mit schweren Fahrzeugen auf den Feldwegen zu vermeiden.
Anders sieht es beim Antrag zur Errichtung einer Windkraft-Anlage des Typs Vestas V172 aus, die mit 261 Metern Gesamthöhe und einer Leistung von 7,2 Megawatt ins Gewicht fällt. Diese Pläne stießen auf geteilte Meinungen. Rund 20 Bürger, unter ihnen auch Kritiker aus benachbarten Gemeinden, äußerten ihre Bedenken hinsichtlich Naturschutz, Vogelhabitat, Grundwasserspiegel und mangelnder transparenter Informationen im Vorfeld der Sitzung. Viele Bürger waren verärgert darüber, dass sie erst kurz vorher von den Plänen erfuhren.
Ein Aufruf zur Mitbestimmung
Bürgermeister Gerhardt merkte an, dass die Gemeinde in dieser Angelegenheit wenig Einfluss habe, da das Landesamt für Umwelt (LfU) das Einvernehmen ersetzen könne. Somit ergibt sich ein spannendes Bild: Die Gemeindevertreter stimmten zwar gegen den Antrag, doch das Feedback wird in der Entscheidungsfindung an anderer Stelle kaum Einfluss haben. Laut den Anwesenden wird auch die ungleiche Verteilung der Windkraftflächen zwischen Barnim und Uckermark immer wieder zum Thema.
Diese Diskussion über Windkraft ist nicht neu, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die Region. In Anbetracht der angespannten Lage scheinen immer mehr Bürger kreative Formen des Protests zu suchen, um ihre Stimme zu erheben. Dies spiegelt sich auch im breiteren Kontext der Energiewende wider, die in Deutschland als gesellschaftliches Projekt verstanden wird, das die Bevölkerung aktiv in die Energieproduktion einbindet.
Engagement in der Energiewende
Ein wichtiger Aspekt dieser Bewegung sind die Bürgerwindparks, die es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sich finanziell an Windprojekten zu beteiligen. Diese Beteiligungen können nicht nur eine umweltfreundliche Rendite bieten, sondern stärken auch die lokale Wirtschaft und schaffen Arbeitsplätze. Zudem sind die Einnahmen aus Windparks konstant und somit unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Schwankungen. Hierbei gibt es zahlreiche Modelle, angefangen bei direkten Beteiligungen über Genossenschaften und Crowdfunding bis hin zu grünen Anleihen.
Allerdings ist es auch wichtig, die potenziellen Risiken zu beachten, wie technische Ausfälle oder regulatorische Veränderungen, die Investitionen beeinflussen können. Ein positives Beispiel, das zeigt, wie Bürger sich an solchen Projekten beteiligen können, ist der Windpark Trebitz in Brandenburg, der in Verbindung mit der NEAG Norddeutsche Energie Invest 2 Windkraft-Anleihe steht. Plattformen wie Naturfinanz geben einen Überblick über nachhaltige Geldanlagen in erneuerbaren Energien und betonen die Wichtigkeit der Transparenz für potenzielle Investoren berichtet.
Die Auseinandersetzungen um die Windkraftanlage in Uckerfelde sind ein Spiegelbild der aktuellen Diskussionen, die durch den Wunsch nach mehr Mitbestimmung und einem aktiven Engagement für eine nachhaltige Zukunft geprägt sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Dialog entwickeln wird und welche kreativen Lösungsansätze aus der Bevölkerung hervorgehen. Die Energiewende ist ein gemeinsames Projekt, und da liegt wohl noch einiges an Arbeit vor uns.