Musikalischer Rundgang in Stavenhagen: Stolpersteine ehren Opfer!

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Am 10. Juli 1942 wurden jüdische Bewohner Stavenhagens deportiert. Ein musikalischer Rundgang erinnert an die Opfer.

Am 10. Juli 1942 wurden jüdische Bewohner Stavenhagens deportiert. Ein musikalischer Rundgang erinnert an die Opfer.
Am 10. Juli 1942 wurden jüdische Bewohner Stavenhagens deportiert. Ein musikalischer Rundgang erinnert an die Opfer.

Musikalischer Rundgang in Stavenhagen: Stolpersteine ehren Opfer!

Am 10. Juli 1942 wurden acht Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Stavenhagen deportiert, ein dunkles Kapitel in der Geschichte der kleinen Stadt. Sie wurden ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht, wo sie nur kurze Zeit später in der Gaskammer ermordet wurden. Dieses schreckliche Ereignis wird am kommenden 10. Juli durch einen musikalischen Rundgang zu den Stolpersteinen in Stavenhagen in Erinnerung gerufen. Organisiert wird dieser von dem Verein „Alte Synagoge“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten.

Besonders bewegend ist die Geschichte von Max Michael Nathan, dem letzten Überlebenden dieser Deportation. Er war damals 82 Jahre alt, verkaufte sein Haus und zog nach Hamburg, wo er am 25. April 1943 verstarb. Die Stadt und der Verein haben seit 2009 Stolpersteine vor den letzten Wohnstätten der Opfer installiert, um deren Andenken zu ehren. Die ersten dieser kleinen Mahnmale, die an die letzte bekannte Adresse eines Holocaust-Opfers erinnern, wurden in Stavenhagen 2009 gelegt, gefolgt von weiteren im Jahr 2011 und 2018.

Der musikalische Rundgang

Der Rundgang beginnt um 18 Uhr an den Stolpersteinen für die Familie Jacobsohn in der Amtsbrink 15. Begleitet wird er von den Musikern Doreen Rother und Andreas Wiebecke-Gottstein, die sowohl bekannte als auch weniger bekannte Melodien aus aller Welt präsentieren werden. Eine der weiteren Stationen ist die Erinnerungstafel für Harry Barthelt sowie die Stolpersteine für die Familie Lewin, die sich in der Malchiner Straße 23 befinden. Um 19 Uhr findet dann ein Konzert in der alten Synagoge statt.

Die Stolpersteine sind das größte Holocaust-Mahnmal der Welt und bestehen aus über 100.000 Markern, die in verschiedenen europäischen Ländern installiert sind – von Spanien bis zur Ukraine. Sie erinnern an die individuellen Schicksale von Menschen, die unter dem Nazi-Regime litten, und sind ein wichtiges Zeichen der Erinnerungskultur. Jeder Stolperstein wird häufig von dem Berliner Bildhauer Michael Friedrichs-Friedlaender handgefertigt und soll die Individualität der Personen, an die sie erinnern, hervorheben. Die Idee stammt vom Künstler Gunter Demnig, der diesen Ansatz in den frühen 1990er Jahren entwickelte, um das Gedächtnis an die Opfer des Holocaust wachzuhalten.

Ein wichtiges Gedenken

Die Veranstaltung ist nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern auch ein bedeutender Teil der städtischen Erinnerungskultur in Stavenhagen. Die Kombination aus Musik und Gedenken bietet eine berührende Möglichkeit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Opfer des Holocaust zu ehren. Die Stolpersteine und der musikalische Rundgang sind ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass das Andenken an die Opfer niemals vergessen werden darf. Angesichts der kontroversen Diskussionen um die Installation von Stolpersteinen in anderen Städten in Deutschland, bleibt Stavenhagen ein Ort, der sich aktiv für Erinnerung und Aufklärung einsetzt.

Ein Besuch des Rundgangs am 10. Juli ist nicht nur eine Einladung zur musikalischen Besinnung, sondern auch ein Aufruf, die Lehren der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.