Entschleunigungsbank am Kanal: Hanni und Traudi genießen die Pause!

Janine Pettke hat am Bützow-Güstrow-Kanal eine Entschleunigungsbank für Radfahrer aufgestellt, um Rastmöglichkeiten zu schaffen.

Janine Pettke hat am Bützow-Güstrow-Kanal eine Entschleunigungsbank für Radfahrer aufgestellt, um Rastmöglichkeiten zu schaffen.
Janine Pettke hat am Bützow-Güstrow-Kanal eine Entschleunigungsbank für Radfahrer aufgestellt, um Rastmöglichkeiten zu schaffen.

Entschleunigungsbank am Kanal: Hanni und Traudi genießen die Pause!

In Güstrow gibt es jetzt einen neuen Lieblingsplatz für Radfahrer und Fußgänger: die „Entschleunigungsbank“ von Janine Pettke und ihrem Mann Uwe Müller. Diese wurde aufgestellt, um einen Ort der Rast am Bützow-Güstrow-Kanal zu schaffen, wo zuvor lange keine Verweilmöglichkeiten vorhanden waren. Die Idee hinter der Bank ist es, eine Auszeit vom Alltagsstress zu nehmen, besonders für Oma Hanni (89 Jahre) und Tante Traudi (86 Jahre), die hier gerne Platz nehmen. Der Weg am Kanal gehört zudem zum beliebten Radfernweg Berlin-Kopenhagen, welcher radelnden Gästen eine entspannte Strecke durch die Mecklenburgische Landschaft bietet. Informationen zu diesem Abschnitt bietet auch Touren Wegweiser, der einen 54 Kilometer langen Radweg von Güstrow nach Rostock mit atemberaubenden Ausblicken entlang des Bützow-Güstrow-Kanals beschreibt. Der Radweg verläuft meist abseits der Straßen, was die Tour besonders für Familien attraktiv macht.

Die Bank wurde im Güstrower Bildungshaus gebaut, unterstützt von engagierten Werkstattmitarbeitern. Sie trägt die persönliche Aufschrift „Lieblingsplatz von Hanni und Traudi“. Um Genehmigungen für die Aufstellung zu erhalten, nahm Janine Pettke Kontakt zur Stadt und dem Amt für Landwirtschaft und Umwelt auf und wählte damit einen transparenten Weg, um die Bank offiziell zu platzieren. Der Bauhof hat die Fläche unter einer Eiche befestigt, und bereits kurz nach der Aufstellung wurde eine zweite Bank am Zugang zum Radweg installiert. An dieser Bank gibt es sogar einen Mülleimer, während die „Entschleunigungsbank“ leider ohne entkommt, was gelegentlich zu einer Herausforderung wird.

Radhighlights und Herausforderungen

Mit dem Bützow-Güstrow-Kanal bietet die Region nicht nur Erholung, sondern auch einen Teil des Radfernweges Berlin-Kopenhagen. Dort radeln Wanderlustige durch alte Saumpfade, Wälder und Felder. Etwa 2 km vor Bützow verläuft die Strecke durch malerische Landstriche, bevor man das Stadtzentrum von Bützow erreicht, wo sich ein Kaffee am Rathaus anbietet. Weiter geht es durch hügelige Landschaften in Richtung Rostock, was die Radtour abwechslungsreich gestaltet. Wer in der Region eine Übernachtungsmöglichkeit sucht, kann auf dem Kanu-Camping-Warnow am Bützower See übernachten, wie die Touren Wegweiser empfiehlt.

Allerdings bleibt nicht alles rosig: Die beiden Bänke wurden schnell wieder beschmiert, was Janine Pettke zwar erwartet hatte, dennoch frustriert. Dazu kommt, dass sie regelmäßig Müll an der Bank aufräumen muss. Aber die lokale Bevölkerung scheint die Initiative zu schätzen. Bei einer Sitzung mussten die Stadtvertreter einstimmig über eine Spende für die Bank entscheiden, die auf 650 Euro geschätzt wurde, was den Gemeinschaftsgeist in der Region widerspiegelt.

Radfahren in Deutschland im Trend

Das Fahrradfahren boomt in Deutschland, wie die ADFC-Radreiseanalyse 2024 zeigt: Fast 37 Millionen Deutsche unternehmen jährlich mindestens einen Tagesausflug mit dem Rad, und 5,5 Millionen machen sogar Radreisen mit Übernachtung. Die Aufstellung der „Entschleunigungsbank“ ist somit Teil eines größeren Trends, der die Beliebtheit von Radfernwegen belegt. Unter den Top 10 der beliebtesten Radfernwege ist der Berlin-Kopenhagen-Weg zwar nicht aufgeführt, doch er trägt zur Vielfalt und Attraktivität des Radfahrens in Deutschland bei, zusammen mit anderen legendären Strecken wie dem Weser-Radweg oder dem Elberadweg, die jährlich zahlreiche Radler anziehen.

Die „Entschleunigungsbank“ und die damit verbundene Initiative von Janine Pettke setzen ein Zeichen für Gemeinsinn und Lebensqualität in der Region und laden Einheimische sowie Besucher dazu ein, einen Moment innezuhalten und die Natur zu genießen.