Erfurt 1975: Aufdeckung des vergessenen Pogroms gegen Algerier!

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Erfahren Sie mehr über bevorstehende Veranstaltungen in Rostock, die an das vergessene Pogrom in Erfurt 1975 erinnern.

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Erfahren Sie mehr über bevorstehende Veranstaltungen in Rostock, die an das vergessene Pogrom in Erfurt 1975 erinnern.

Erfurt 1975: Aufdeckung des vergessenen Pogroms gegen Algerier!

In Rostock steht eine spannende Veranstaltungsreihe bevor, die sich mit der Vergangenheit und den Schwierigkeiten von Migrant:innen in Deutschland auseinandersetzt. Am Donnerstag, den 21. August 2025, um 19.30 Uhr, wird im Peter-Weiss-Haus ein Vortrag und Gespräch mit Jan Schubert und Johann Henningsen stattfinden. Das Thema „Erfurt im August 1975 – Das vergessene Pogrom?“ beleuchtet die Ausschreitungen in Erfurt, die als erste ausländerfeindliche, pogromartige Gewalttaten nach 1945 in Deutschland gelten. Veranstaltet wird die Reihe von wichtigen Institutionen wie dem Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ und der Rosa-Luxemburg-Stiftung MV. Rathaus Rostock informiert über diese wichtige Veranstaltung.

Aber was geschah tatsächlich in Erfurt im Sommer 1975? Vom 10. bis zum 13. August wurden Algerische Vertragsarbeiter, die seit Juni 1975 in der Region beschäftigt waren, brutal attackiert. Gerüchte über ihre Lebensweise, darunter Vorwürfe über Unsauberkeit und Alkoholismus, schürten wütende Mob-Gewalt. Ein anonym bleibender Angehöriger der Deutschen Volkspolizei vermutete, dass die Ausschreitungen durch die Unterbringung von Algeriern in zuvor versprochenen Wohnungen für DDR-Bürger ausgelöst worden seien, was das Klima weiter anheizte. Bereits vor den Ereignissen hatte es Konflikte zwischen deutschen Jugendlichen und Algeriern gegeben, die mit körperlichen Auseinandersetzungen in Gaststätten einhergingen. Wikipedia fasst die dramatischen Vorfälle zusammen.

Rassismus muss benannt werden

Am 10. August eskalierte die Situation, als ein Algerier versuchte, eine Deutsche gegen ihren Willen zu küssen. Diese Handlung war der Auslöser für die darauf folgenden Übergriffe, bei denen hunderte deutsche Jugendliche Algerier durch die Innenstadt jagten und sie mit Eisenstangen und Latten angriffen. Am darauffolgenden Tag versammelten sich erneut etwa 60 Jugendliche und setzten die Jagd auf die Algerier fort, die unter Polizeischutz zu ihren Wohnheimen eskortiert werden mussten. WDR berichtet von einer dramatischen Eskalation der Situation und der Rolle der Sicherheitskräfte, die letztlich mit einem harten Knüppel-Einsatz durchgreifen mussten. In der Gesamtheit wurden 57 Personen vorläufig festgenommen, und die Hauptakteure erhielten mehrjährige Haftstrafen.

Diese Geschehnisse setzen ein deutliches Zeichen für die Herausforderungen, mit denen Migrant:innen in Deutschland konfrontiert sind, Herausforderungen, die sich bis in die heutige Zeit ziehen. Auch die letzten Jahrzehnte waren von weiteren rassistischen Vorfällen geprägt, die oft keine öffentliche Beachtung fanden. Vor 50 Jahren begonnene Erzählungen der Betroffenen sind heute wichtiger denn je und machen es unerlässlich, dass wir uns mit dieser Vergangenheit auseinandersetzen.

Veranstaltungen in Rostock

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit diesen Themen wird vom 25. August bis 4. September 2025 eine Ausstellung mit dem Titel „Lebenswege – Vietnamesische Rostocker*innen erzählen“ im Rathaus am Neuen Markt 1 zu sehen sein. Diese präsentiert die Geschichten und Erfahrungen von vietnamesischen Migrant:innen in der Region und wird vom Diên Hông e. V. organisiert.

Zudem wird am 28. August ein öffentlicher Stadtrundgang stattfinden, der den Perspektiven von Betroffenen Romn*ja auf das Pogrom von 1992 nachgeht. Diese Veranstaltungen bieten eine wertvolle Plattform zur Reflexion und Diskussion über Rassismus und Migration. Von der Podiumsdiskussion am 9. September und dem Film- und Gesprächsabend am 19. September bis hin zum Dynamic Memory Lab am 21. September ist für jeden etwas dabei. Die verschiedenen Veranstaltungen sollen dazu anregen, die eigene Geschichte und das kollektive Gedächtnis kritisch zu überprüfen.