Sea Shepherd zieht Bilanz: 1.200 kg Geisternetze vor Usedom geborgen!
Sea Shepherd dokumentiert im August 2025 Geisternetze rund um Usedom und beseitigt über 1.200 kg Meeresmüll zur Meeresschutzkampagne.

Sea Shepherd zieht Bilanz: 1.200 kg Geisternetze vor Usedom geborgen!
Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hat im August 2025 auf und vor der Insel Usedom im Rahmen ihrer Baltic Sea Kampagne eindrucksvolle Fortschritte erzielt. Bei diesem Einsatz dokumentierte das Team nicht nur Verstöße gegen bestehende Schutzgesetze, sondern barg auch alte Fischereiausrüstung und organisierte zahlreiche Reinigungsaktionen. Rund 20 engagierte Freiwillige waren dabei, die insgesamt fast 1.200 Kilogramm Geisternetze aus den Gewässern holten. Die Aktionen fokussierten sich auf 55 Positionen zwischen Usedom, der Greifswalder Oie und der Oderbank, bis hin zur polnischen und dänischen Grenze.
Technologische Unterstützung war dabei nicht zu verachten, denn die Taucher konnten mit neuer Technik bis in Tiefen von bis zu 50 Metern vordringen. Dies führte dazu, dass bei jedem dritten Schiffswrack Geisternetze entfernt wurden. Leider waren die meisten Netze so alt, dass ein Upcycling nicht mehr möglich war. Die gesammelten Netze wurden in ihre Bestandteile zerlegt: Nutzen konnten die Meeresschützer dabei das verwertbare Material, während der Rest ordnungsgemäß entsorgt wurde. An den Stränden in Wollin und Freest kamen zusätzlich etwa 100 Kilogramm Müll zusammen – auch hier leisten die Helfer einen wertvollen Beitrag.
Hinter den Einsätzen steht ein komplexes Anliegen. Sea Shepherd betreibt seit 2017 Patrouillen im Seegebiet zwischen Flensburg und Rügen und hat seit 2021 bereits fast 30 Tonnen Netzreste in der Ostsee geborgen. Insgesamt konnten während der aktuellen Baltic Sea Kampagne bereits 6.200 Kilogramm Netze vor Bornholm und Usedom geborgen werden, wobei 140 Positionen kontrolliert wurden. Die Rolle der Ostsee als eines der bedrohtesten Meeresgebiete weltweit wird dabei immer deutlicher, und der Bundesland bezieht dies auch in Form von intensiven Dialogen mit Touristen und lokalen Fischern in öffentlichen Veranstaltungen mit ein.
Doch nicht nur die Geisternetze stellen ein Problem dar. Tragisch ist der Fund von zwei jungen Kegelrobben, die tot nahe Thiessow entdeckt wurden. Erste Erkenntnisse der Autopsie im Deutschen Meeresmuseum deuten darauf hin, dass die Tiere gesund und gut genährt waren. Ein Tod durch Beifang ist in diesem Fall nicht auszuschließen. Dies verdeutlicht erneut, dass der Schutz der Meeresbewohner und ihrer Lebensräume mehr denn je notwendig ist.
Die Bemühungen von Sea Shepherd sind jedoch nicht isoliert. Im April 2024 trat die Organisation der Global Ghost Gear Initiative (GGGI) bei, die als weltgrößte Allianz gegen verlorenes und aufgegebenes Fischfanggerät agiert. Diese Initiative, die im September 2015 gegründet wurde, basiert auf den besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und Technologien und vereint eine Vielzahl von Akteuren – von der Fischereiindustrie über akademische Institutionen bis hin zu Regierungen. So wird gemeinsam an Lösungen zum Problem der Geisternetze gearbeitet.
Die Meeresschützer sind noch bis Ende September in der deutschen Ostsee aktiv und leisten damit einen unschätzbaren Beitrag zur Rettung der maritimen Biodiversität in dieser Region. Weitere Informationen über Geisternetze und die Arbeit von Sea Shepherd finden Interessierte auf den Seiten von Sea Shepherd oder One Earth – One Ocean.