Grüne Vergangenheit der Sahara: Regen aus dem Mittelmeer entdeckte alte Seen!

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Erforschen Sie, wie mediterrane Luftmassen einst Seen im Tibesti-Gebirge speisten und die klimatischen Veränderungen der Sahara prägten.

Erforschen Sie, wie mediterrane Luftmassen einst Seen im Tibesti-Gebirge speisten und die klimatischen Veränderungen der Sahara prägten.
Erforschen Sie, wie mediterrane Luftmassen einst Seen im Tibesti-Gebirge speisten und die klimatischen Veränderungen der Sahara prägten.

Grüne Vergangenheit der Sahara: Regen aus dem Mittelmeer entdeckte alte Seen!

Heute geht es um die faszinierenden klimatischen Veränderungen, die einst das Sahara-Gebiet prägten. Jüngste Forschungen zeigen, dass feuchte Luftmassen aus dem Mittelmeer vor mehreren tausend Jahren maßgeblich zu den Niederschlägen beitrugen, die Vulkankrater in den Tibesti-Bergen füllten. Diese Ergebnisse liefern interessante Einblicke in die Vergangenheit der Sahara, die vor tausenden Jahren eine viel grünere Landschaft bot.

Die höchsten Gipfel der Sahara, allen voran der Emi Koussi, der mit 3.415 Metern majestic in den Himmel ragt, standen einst im Zentrum dieser Veränderungen. Wie die Max-Planck-Gesellschaft berichtet, gingen Forscher um Philipp Hoelzmann von der Freien Universität Berlin und Martin Claussen vom Max-Planck-Institut für Meteorologie den Ursprüngen der Wasserquellen in den Tibesti-Bergen auf den Grund. Dabei nutzten sie geochemische Methoden, Terrainanalysen und Klimamodelle, um die geheimnisvolle Wasserquelle zu entschlüsseln. Ihre Ergebnisse zeigen, dass nicht die Südregion, sondern feuchte Luft aus dem Nordosten des Mittelmeers der Hauptverursacher der kräftigen Regenfälle war, die diese Seen speisten.

Die Rolle des Tibesti-Gebirges

Was machte das Tibesti-Gebirge so besonders? Es wird als „Wasserturm“ für die umliegenden Gebiete angesehen. Die Höhenlagen sorgten dafür, dass feuchte Luftmassen aufstiegen und für weit höhere Niederschläge in der Region sorgten. Dies führt zu einem bemerkenswerten Phänomen: Der sogenannte „Trou au Natron“ war ein Teil dieser Landschaft, der mit etwa 330 Metern Tiefe ein wesentlich tieferes Gewässer aufwies als der Era Kohor mit nur etwa 130 Metern. In diesen Gebieten zeugen noch heute Salzkrusten von den einst existierenden Seen, die eine andere Welt verkörpern.

Wissenschaftliche Methodik und Erkenntnisse

Um die dynamischen Veränderungen der sogenannten Paläoseen zu rekonstruieren, wurden Sedimentproben analysiert. Dabei kam das ICON-Modell zum Einsatz, ein hochauflösendes Klimasimulationsmodell, das es den Forschern ermöglichte, die klimatischen Bedingungen von vor rund 7.000 Jahren zu simulieren. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für Historiker von Bedeutung, sondern bieten auch wertvolle Hinweise für zukünftige hydrologische Bewertungen in einer sich weiter erwärmenden Welt.

Zusätzliche Forschungsarbeiten, wie die von Gasse und Fontes (1992) oder Kuper und Kröpelin (2006), zeigen, dass die klimatischen Veränderungen in Nordwestafrika während der letzten Deglazierung erheblichen Einfluss auf die Besiedlung und Entwicklung der Region hatten. Solche historischen Daten verdeutlichen auch, wie verwundbar die Sahara gegenüber klimatischen Schwankungen war.

Ein besonders interessanter Aspekt in diesen Studien war die Diskussion über die Begrünung der Sahara. Wie Untersuchungen von Kröpelin und anderen belegen, gibt es viele Anzeichen für eine grünere Sahara in der Vergangenheit, die heute nur noch in Form von trockenen Salzkrusten und Wüstenlandschaften präsent sind. Doch die lebendige Erinnerung an die einstige Lebensqualität in diesen Gebieten gewinnt zunehmend an Bedeutung, während wir in eine Zukunft blicken, die von vorhersehbaren klimatischen Veränderungen geprägt sein wird.

Zusammenfassend zeigt die Forschung: Das Verständnis der wasserführenden Systeme und der klimatischen Bedingungen in der Vergangenheit, wie sie die Tibesti-Berge und ihre Umgebung prägten, ist nicht nur ein Rückblick auf das, was war, sondern liefert auch wertvolle Lehren für die Gegenwart und Zukunft unserer sich verändernden Welt. Dabei bleibt die Frage, wie sich diese Erkenntnisse auf die aktuellen Herausforderungen im klima-empfindlichen Afrika auswirken werden.