Ameos kämpft nach Hackerangriff: IT-Probleme gefährden Patientenversorgung!

Ameos kämpft weiterhin mit IT-Problemen nach einem Hackerangriff, der alle deutschen Klinikstandorte betroffen hat.

Ameos kämpft weiterhin mit IT-Problemen nach einem Hackerangriff, der alle deutschen Klinikstandorte betroffen hat.
Ameos kämpft weiterhin mit IT-Problemen nach einem Hackerangriff, der alle deutschen Klinikstandorte betroffen hat.

Ameos kämpft nach Hackerangriff: IT-Probleme gefährden Patientenversorgung!

Mehr als zehn Tage nach einem gezielten Hackerangriff auf den Klinikkonzern Ameos sind die IT-Probleme weiterhin allgegenwärtig. Seit dem 7. Juli 2025 sind alle deutschen Standorte der Klinikgruppe von erheblichen Störungen betroffen. Auch wenn Ameos versichert, dass die Patientinnen und Patienten während dieser kritischen Phase versorgt werden, berichten Betroffene von Problemen wie schwarzen Bildschirmen und eingeschränkter Kommunikation mit Rettungsleitstellen, was die Situation zusätzlich erschwert. Insbesondere die Beeinträchtigungen digitaler Dienste, einschließlich der E-Mail-Kommunikation, haben dazu geführt, dass die Überprüfung von Behandlungsplätzen und die Organisation von Transportwegen für Rettungswagen deutlich komplizierter geworden sind. In dieser angespannten Lage hat sich die Situation in der notfallmedizinischen Versorgungslandschaft stabilisiert, allerdings nicht ohne Herausforderungen.

Ameos, der mit über 100 Einrichtungen an mehr als 50 Standorten einer der größeren privaten Klinikbetreiber im deutschsprachigen Raum ist, behandelt jährlich über 500.000 Patienten. Zu den von den IT-Problemen betroffenen Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern zählen Einrichtungen in Ueckermünde, Anklam und Pasewalk. In der aktuellen Situation, so betont das Unternehmen, habe man sich dazu entschlossen, aktiv an der Absicherung und Wiederherstellung der digitalen Infrastruktur zu arbeiten.

Die Bedrohung von kritischen Infrastrukturen

Dieser Cyberangriff unterstreicht die wachsende Bedrohung für kritische Infrastrukturen, insbesondere im Gesundheitswesen. Laut einer Analyse von Getronics gehört der Vorfall bei Ameos zu einer besorgniserregenden Entwicklung im Sektor, der 2023 mit 309 gemeldeten schwerwiegenden Vorfällen die häufigsten Angriffe im Bereich kritischer Infrastrukturen verzeichnete. Angesichts dieser Situation gewinnt der EU-Aktionsplan zur Cybersicherheit, der Anfang 2025 vorgestellt wurde, immer mehr an Bedeutung. Der Plan umfasst wichtige strategische Säulen wie Prävention, Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung von IT-Systemen im Gesundheitswesen. Diese Maßnahmen sollen Krisen wie die aktuelle verhindern und die Ressourcen für moderne Schutzmaßnahmen bereitstellen.

Das Bundesgesundheitsministerium plant zudem ein Sofortprogramm, das systemrelevanten Gesundheitseinrichtungen zugutekommt. Kreativer Umgang mit Cybersicherheit wird dabei immer entscheidender für die Patientenversorgung und den Schutz sensibler Gesundheitsdaten. Die Anforderungen an Krankenhäuser sind hoch. Sie müssen umfassende Risikobewertungen ihrer IT-Systeme durchführen, veraltete Software entweder aktualisieren oder ersetzen und die Netzwerksicherheit durch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter verbessern. Robuste Incident-Response-Pläne und regelmäßige Sicherheitsübungen sind in diesem Kontext unerlässlich.

Ein Blick in die Zukunft der digitalen Sicherheit

Doch die Herausforderungen im Gesundheitswesen enden nicht hier. Im Kontext der Digitalisierung entwickelt sich der Bereich eHealth rasant weiter. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschäftigt sich mit der Gestaltung eines sicheren digitalen Gesundheitssystems, das sich durch Prävention, Detektion und Reaktion auszeichnet. Ein aktuelles Dokument thematisiert die Sicherheitslage und die digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen und skizziert die nächsten Schritte zur Umsetzung eines datenschutzfreundlichen Systems.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Cybersecurity im Gesundheitswesen einen höheren Stellenwert erhält. Die aktuellen Probleme bei Ameos zeigen, dass es nicht nur um die reibungslose Versorgung der Patienten geht, sondern auch um den Schutz ihrer sensiblen Daten. Daher ist es unerlässlich, dass alle Beteiligten – von den Klinikbetreibern über die IT-Sicherheitsbehörden bis hin zu den Mitarbeitenden in den Gesundheitseinrichtungen – an einem Strang ziehen, um zukünftige Vorfälle dieser Art zu verhindern und die digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen nachhaltig zu sichern.

Für die Ameos Kliniken ist es nun wichtig, sowohl die IT-Probleme schnellstmöglich in den Griff zu bekommen als auch verbindliche Schritte zur zukünftigen Verbesserung der Cyberabwehr zu unternehmen, damit Patientensicherheit und -versorgung auch in kritischen Situationen gewährleistet werden können.