Patientendaten im Darknet: LUP-Kliniken warnen vor Betrug!

Nach einem Cyberangriff auf die LUP-Kliniken in Crivitz sind sensible Patientendaten im Darknet aufgetaucht. Die Kliniken warnen vor möglichem Datenmissbrauch und bitten um erhöhte Achtsamkeit bei ungewöhnlichen Kontaktversuchen.

Nach einem Cyberangriff auf die LUP-Kliniken in Crivitz sind sensible Patientendaten im Darknet aufgetaucht. Die Kliniken warnen vor möglichem Datenmissbrauch und bitten um erhöhte Achtsamkeit bei ungewöhnlichen Kontaktversuchen.
Nach einem Cyberangriff auf die LUP-Kliniken in Crivitz sind sensible Patientendaten im Darknet aufgetaucht. Die Kliniken warnen vor möglichem Datenmissbrauch und bitten um erhöhte Achtsamkeit bei ungewöhnlichen Kontaktversuchen.

Patientendaten im Darknet: LUP-Kliniken warnen vor Betrug!

Die LUP-Kliniken im Landkreis Ludwigslust-Parchim stehen unter Druck, nachdem im Februar 2023 bei einem Cyberangriff sensible Patientendaten ins Darknet gelangten. Anfang 2025 wurde bekannt, dass Teile dieser Daten auf dunklen Plattformen auftauchten, was ein ernsthaftes Risiko für den Missbrauch dieser Informationen darstellt. Überraschenderweise handelt es sich dabei nur um 1,5 Prozent der Gesamtdaten, wobei nicht alle Informationen als besonders sensibel gelten, so die Klinikleitung.

Die forensischen Ermittlungen bestätigen, dass personenbezogene Daten wie Laborberichte, Arztbriefe sowie Namen und Anschriften betroffen sind. Allerdings sind bisher keine Hinweise auf eine missbräuchliche Nutzung der Daten oder konkrete Betrugsversuche bekannt, berichten die LUP-Kliniken. Trotz dieser positiv klingenden Nachrichten bleibt die Gefahr bestehen. Es könnte zu unerlaubten Kontaktaufnahmen oder Identitätsmissbrauch kommen, weshalb die Kliniken eindringlich auffordern, bei ungewöhnlichen Anrufen oder E-Mails wachsam zu sein.

Infrastruktur und Sicherheit im Gesundheitswesen

Die kritische Situation um die LUP-Kliniken ist keineswegs ein Einzelfall. Cyberangriffe auf das Gesundheitswesen gehören zu den am häufigsten registrierten Vorfällen. Im Jahr 2022 dokumentierte das Bundeskriminalamt über 136.000 Cyberangriffe und die Zahl der Vorfälle in diesem Sektor stieg 2023 laut den Experten um 74 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Hauptproblem ist die zunehmende Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur, die sowohl die Patientenversorgung als auch die wirtschaftliche Situation der Einrichtungen gefährdet.

Doch herumgelogen wird nicht: Angreifer bedienen sich häufig Ransomware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld für deren Freigabe fordert. Das Dunkel der Cyberkriminalität wird oft durch das Darknet nur noch düsterer. Ganze Marktplätze bieten kriminelle Software an, die für diese Angriffe verwendet wird. Die LUP-Kliniken haben zwar drastische Maßnahmen ergriffen – ihre IT-Sicherheitssysteme wurden ausgebaut und neue Standards implementiert – doch die Bedrohung bleibt bestehen.

Ratschläge für Patienten

Das Landeskriminalamt sowie Datenschutzbehörden halten gezielte Betrugsversuche momentan zwar für unwahrscheinlich, empfehlen jedoch, das Augenmerk auf verdächtige Aktivitäten zu lenken. So sollten Patienten bei Fragen oder Verdachtsmomenten umgehend Kontakt mit der Klinik aufnehmen.

„Es gibt keinen Grund zur Panik, aber wir bitten um erhöhte Aufmerksamkeit“, sagt der Klinikgeschäftsführer Gross. Bisher sei kein Lösegeld bezahlt worden, und man lasse sich nicht erpressen, wie Landrat Stefan Sternberg betont. Doch die Sorgen um den Datenschutz bleiben. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass Angreifer oft aus dem Ausland und außerhalb Europas agieren, bleibt die Frage: Wie groß ist das Risiko wirklich?

Die Situation ist alarmierend und erfordert sowohl von den Einrichtungen als auch von den Patienten besondere Vorsicht und Sensibilität im Umgang mit ihren persönlichen Daten. Während die LUP-Kliniken bemüht sind, den Normalbetrieb wiederherzustellen und die Systeme auf den neuesten Stand zu bringen, rückt das Problem der Cyberkriminalität immer mehr ins Rampenlicht.

Für die weitere Sicherheit sind technische und organisatorische Maßnahmen unabdingbar. Das Gesundheitswesen ist gefordert, die Cyber-Sicherheit ernst zu nehmen, um den Herausforderungen der Digitalisierungswelle gewachsen zu sein.

Für mehr Informationen zu den Vorgängen und möglichen Sicherheitsmaßnahmen, siehe die Berichterstattung bei Uckermark Kurier, NDR und Ärzteblatt.